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Mecklenburg-Vorpommern

23. August 2017 | 21:45 Uhr

Penzlin : Park Alt Rehse verkauft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Historisches Anwesen samt einstiger „NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ wechselt Besitzer und soll künftig touristisch genutzt werden können

Der Park Alt Rehse (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) mit der ehemaligen „NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ hat neue Eigentümer. Der bisherige Besitzer, ein Immobilienkaufmann aus Bayern, hat das Areal verkauft, wie Sven Flechner als Bürgermeister von Penzlin – dazu gehört Alt Rehse – sagte. Erwerber seien ein Unternehmer aus Berlin und eine Unternehmerin aus Bayern. Sie wollten das mehr als 60 Hektar große und größtenteils denkmalgeschützte Areal am Tollensesee touristisch nutzen. Zum Kaufpreis gab es zunächst keine Angaben.

Das Dorf Alt Rehse war ab 1935 als NS-Musterdorf mit reetgedeckten Backstein-Fachwerkhäusern erbaut worden. Um die Nutzung des Parks wird auch wegen der Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus seit rund 20 Jahren gestritten. „Uns ist vor allem wichtig, dass es einen öffentlichen Zugang zum Schiffsanleger am Tollensesee gibt“, sagte Flechner. Der Weg zum Anleger am See verlief bisher durch den Park. Das hätten die neuen Eigentümer auch zugesagt. Derzeit ist das Haupttor aber geschlossen.

Der Zugang verläuft nach Flechners Angaben über einen Seiteneingang.

In dem Park stehen zahlreiche Gebäude, die in der NS-Zeit der Schulung Hunderter Ärzte und Hebammen dienten. Nach dem Krieg war hier zeitweise ein Kinderauffanglager, später nutzten die Nationale Volksarmee (NVA) und von 1990 bis 1998 die Bundeswehr das idyllische Gelände. Der Bund verkaufte den Park samt Gebäuden später an den Immobilienunternehmer Gerd Preissing aus München.

Für besonderes Aufsehen sorgte 2006 der Versuch von Pächtern, einen „Tollense-Lebenspark“ dort einzurichten. Dieser sollte ein „Gegenentwurf zur bestehenden finanzkapitalistischen Gesellschaft“ sein. Der Initiator animierte viele Menschen, ihm Bürgschaften für einen Kredit über 300 000 Euro zu geben. Viele Mitbewohner brachten auch Geld in das Vorhaben ein.

Wegen Finanzproblemen fälschte der Initiator 2010 sieben Bürgschaftsunterschriften, wie er später vor Gericht gestand. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Die „gesellschaftskritische Gemeinschaft“ brach 2011 auseinander. Der Park fiel 2015 an Preissing zurück, der zunächst selbst dort aktiv werden wollte.

Die neuen Eigentümer wollten ihre Pläne demnächst in Penzlin vorstellen, hieß es. An die NS- Zeit und die Folgen der damaligen Gesundheitspolitik erinnert ein Verein in einer Dauerausstellung außerhalb des Parkgeländes in Alt Rehse. Dort soll auch eine Begegnungsstätte entstehen.

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erstellt am 28.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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