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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 17:45 Uhr

Air Berlin : Parchims Airportchef Pang hebt ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Chinesischer Investor will bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin einsteigen. Basis soll nach Mecklenburg verlagert werden

svz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Er sucht das ganz große Geschäft: Erst zwei Flughäfen jetzt eine Fluglinie – der Parchimer Flughafeninvestor aus China, Jonathan Pang, will abheben und auch in die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin einsteigen. Einem Bild-Bericht zufolge will der Chef des Logistikunternehmens Link Global ein entsprechendes Angebot vorlegen. Wie seine bislang weitgehend unerfüllt geblieben Pläne von bis zu 10 000 Jobs in Parchim hat Pang auch mit der Airlines Großes vor. In einem Schreiben erklärt er, „dass wir eine Win-Win-Situation für Air Berlin und den Flughafen Parchim schaffen können, wenn wir die Basis der Fluggesellschaft auf unseren Flughafen in Parchim verlegen können.“ Er hätte bereits den Parchimer Airport weiterentwickelt, wirbt Pang für sich. Nunmehr plane er, eine neue Fluggesellschaft einzurichten oder in eine betriebsbereite Airline in Europa einzusteigen. Wie es im Umfeld hieß, liege Pang viel daran, die Arbeitsplätze bei Air Berlin zu erhalten. Die Fluggesellschaft beschäftigte 8000 Mitarbeiter. Auch schreckt Pang offenbar das vom bayrischen Unternehmer Rudolf Wöhrl nicht. Der soll für Air Berlin 500 Millionen Euro bieten, Pang offenbar noch mehr. Es werde an einem ernsthaften Angebot gearbeitet, heißt es. Morgen 14 Uhr läuft die Bieterfrist aus. Kaum war der neue Interessent bekannt, trat Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) auch schon auf die Bremse.: Europäische Fluggesellschaften müssten auch unter europäischer Eigentümerschaft und Kontrolle bleiben, sagte er.

Eine Bestätigung für Pangs Pläne gab es gestern aber nicht: Keine öffentliche Stellungnahme, erklärte der von Pang beauftragte Rechtsanwalt Helmut Naujoks gegenüber unserer Redaktion – aber auch „kein Dementi“. Kein Kommentar, ließ auch der vorläufige Sachverwalter von Air Berlin, Prof. Lucas F. Flötheres aus Halle, mitteilen.

Pangs Angebot löst derweil MV Skepsis aus: Seine Geschäfte in Deutschland laufen bislang alles andere als gut. Vor zehn Jahren hatte er den ehemaligen Militärflughafen in Parchim übernommen. Seitdem kommt er zwar für die seitdem angefallenen Betriebskosten von schätzungsweise 24 Millionen Euro auf. Auch hat er inzwischen mehrere Millionen unter anderem in den Bau eines neuen Towers und die Erweiterung des Terminals gesteckt. Nennenswerter Flugverkehr auf dem von ihm ursprünglich geplanten internationalen Luftdrehkreuz blieb bisher aber aus. Auch scheiterte Pang im vergangenen Jahr mit seinem Angebot für den verschuldeten Flughafen Frankfurt-Hahn. Den wollte er zusammen mit einem Rüsselsheimer Frachtvermittler übernehmen – ohne Erfolg.  


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