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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 14:56 Uhr

Parchim: Brandterror geht weiter

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2012 | 06:18 Uhr

parchim | Die unheimliche Feuerteufel-Serie in der Region Parchim-Plau geht weiter: In der Nacht zu gestern hat der unbekannte Bus-Brandstifter wieder zugeschlagen - zum fünften Mal in knapp zwölf Monaten. Acht Busse auf dem Betriebshof des Reisedienstes Parchim gingen in Flammen auf, damit fackelte der Unbekannte schon 23 Fahrzeuge ab. Doch diesmal filmte eine Überwachungskamera den Täter.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von Brandstiftung aus, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin am Freitag mitteilte. Den Schaden schätzt der Reisedienst Parchim wegen des Zeitwertes der Fahrzeuge auf rund eine Million Euro. Der Brand war den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge von einer privaten Sicherheitsfirma entdeckt worden. Die Löscharbeiten dauerten bis sieben Uhr an, wie eine Sprecherin der Polizei Ludwigslust sagte.

Bei den bisherigen Feuern in Plau und Umgebung waren der oder die Brandstifter immer zwischen Freitag und Montag zu einer ähnlichen Zeit vorgegangen. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe "Bus" gebildet, die die Serie bisher aber nicht aufklären konnte.

Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht die ersten Ermittlungen aufgenommen. Unter anderem wurde auch ein Fährtensuchhund eingesetzt. Dieser soll auch eine Spur aufgenommen haben. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler nun von den Videoaufnahmen am Tatort. "Vielleicht können sie mit diesen Bildern etwas anfangen", hofft Andreas Plestinsky, Geschäftsführer des Reisedienstes Parchim, der sie schon gesehen hat. Unverkennbar sei, dass sich nur ein Täter durch den Zaun geschnitten habe, der aber wohl Erfahrung mit solchen Dingen habe. "Er brauchte nur etwa vier Minuten, bis es bei den Bussen brannte", schildert der Geschäftsführer. Das sei so etwa gegen 3.20 Uhr gewesen. Die Aufnahmen der Kamera liefen bei der Parchim Wacht auf, die wiederum zügig die Feuerwehr alarmiert habe.

Trotz des sofortigen Ausrückens seien acht der neun Busse aber nicht mehr zu retten gewesen, auch die Unterstellhalle nicht. Ein Busfahrer habe allen Mut zusammengenommen und noch einen Bus aus der Gefahrenzone gefahren, erklärt Plestinsky. Dabei wurde der Mann leicht durch Rauch verletzt.

Brisant: Der Täter nahm offenbar größeren Schaden in Kauf. Auf seinem Gelände betreibt der Reisedienst eine eigene Dieselzapfsäule, in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich eine größere Tankstelle.

Für die Schüler und Buskunden auf drei Linien rings um Parchim bedeutete der Brand einen Ausfall ihrer Busse. "Wir haben insgesamt 50 Busse und andere Busunternehmen helfen uns", freut sich der Geschäftsführer. So konnten die Fahrzeuge ab Mittag wieder auf allen Linien planmäßig rollen.

Dennoch muss das kreiseigene Unternehmen neue Fahrzeuge beschaffen. Rolf Christiansen, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, hofft nun, dass das Land schnell und unbürokratisch hilft.

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