Susann Müller aus Kastorf bringt Zwillinge zur Welt : Zwei auf einen Streich

Die Zwillinge Lukas und Leon haben die Geburt gut überstanden. Nun werden sie das Leben ihrer Familie mächtig auf den Kopf stellen. Matthias Lanin
Die Zwillinge Lukas und Leon haben die Geburt gut überstanden. Nun werden sie das Leben ihrer Familie mächtig auf den Kopf stellen. Matthias Lanin

Susann Müller aus Kastorf wollte zwei Kinder haben, nun bekam sie diese auf einen Streich. Die Zwillinge Lukas und Leon bestätigen einen Trend: Die Zahl der Geburten sinkt, der Anteil der Mehrlingsgeburten steigt.

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10. Januar 2013, 10:02 Uhr

Waren/Schwerin | Ein Kind, zwei Kinder, drei Kinder? Mit zwanzig Jahren hat man schon eine vage Idee davon, wie viele Kinder man später haben möchte. Susann Müller aus Kastorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hatte sich eine Zahl ausgedacht, die wohl den meisten ihrer Freundinnen im Kopf herumging. "Zwei Kinder, das müsste reichen", erinnert sich die junge Mutter heute. Nur bekam die junge Frau diese beiden auf einen Streich.

Als ihr Frauenarzt zum ersten Mal das Wort Zwillinge erwähnte, war die Kastorferin sprachlos. Als dann im Dezember ihr Bauch so groß wurde, dass auch die Leute sprachlos wurden, hatte sie sich bereits mit dem Gedanken arrangiert. "Wir haben alles doppelt und ich weiß ja, dass meine ganze Familie mir helfen wird. Onkel, Tanten, Mutter, Vater - wir wohnen noch nah beisammen", sagt die heute 21-jährige Altenpflegerin. Am Silvestermorgen kamen sie um 5.50 Uhr per Kaiserschnitt auf die Welt: Lukas (3010 Gramm) und Leon (3020 Gramm).

Nach drei Tagen mit leichten Anpassungsschwierigkeiten, wie die Mediziner sagten, haben sich die Brüder an die Welt gewöhnt und liegen seither beieinander.

Die Neubrandenburger Zwillinge bestätigen einen Trend, den auch das Statistische Landesamt in Schwerin ausgemacht hat. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben der Behörde im Jahr 2011 insgesamt 217 Zwillinge geboren. Eine Frau bekam Drillinge. Noch zehn Jahre zuvor waren nur 177 Zwillinge zur Welt gekommen. Vierlinge hat eine Frau im Nordosten zum letzten Mal 2010 bekommen, wie es heißt.

Auch im Deutschlandvergleich ist in den letzten zwanzig Jahren der Anteil der Mehrlingsgeburten deutlich angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2011 insgesamt 11 500 Mehrlingsgeburten. Jedes 29. geborene Kind ist mittlerweile ein Mehrlingskind. 1991 war es lediglich jedes 42. Kind. 98 Prozent aller Mehrlingsgeburten waren Zwillingsgeburten. In 230 Fällen wurden Drillinge geboren und in sechs Fällen Vierlinge. Bei den Mehrlingskindern waren die Eltern häufiger miteinander verheiratet als bei den Einzelgeborenen: 75 Prozent der Mehrlingskinder hatten miteinander verheiratete Eltern, erklärt das Statistische Bundesamt. Bei den Einzelgeborenen waren es dagegen nur etwa 66 Prozent.

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