zur Navigation springen

Kriminalität MV : Wenn Friedhof und Kirche zu Tatorten werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trauerblumen gestohlen, Grabsteine beschmiert, Attacken auf Friedhofsbesucher: Auf Friedhöfen und in Kirchen in MV treiben Kriminelle ihr Unwesen.

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Auf Friedhöfen kommt es immer wieder zu Diebstählen, Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Rund 100 solcher Fälle werden in MV vom Landeskriminalamt (LKA) jährlich registriert, wie eine Umfrage ergab. Besonders gern werden Metallgegenstände und Trauerblumen gestohlen. Die Eindringlinge beschmierten aber auch Grabsteine und Gedenkplatten.

So wurden laut LKA beispielsweise in Plau am See (Kreis Ludwigslust-Parchim) im Oktober 2015 vier Metallzäune im Wert von mehreren hundert Euro gestohlen. Auf den kommunalen Friedhöfen in Schwerin fehlten öfter mal Vasenschmuck und Pflanzen, hieß es von der Stadtverwaltung.

Auch Attacken auf Friedhofsbesucher werden vom LKA immer wieder vermerkt. Ein besonders aufsehenerregender Fall: Eine 83-Jährige wurde im vergangenen Dezember von einem 20-Jährigen auf dem Rostocker Westfriedhof überfallen. Der Mann hatte so fest an ihrer Handtasche gezerrt, dass die Seniorin zu Boden fiel, sich den Kopf verletzte und starb. „Aktuelle Anzeichen für eine Zunahme der Kriminalitätsfälle gibt es nicht“, erklärte der Sprecher der Nordkirche, Stefan Döbler. 1000 kirchliche Ruhestätten werden im Nordosten von Gemeinden der Institution verwaltet.

Auch vor Kirchen machen Einbrecher und Vandalen nicht Halt. Diebe brachen im März 2015 in ein Gotteshaus in Rostock ein und stahlen einen Opferstock. Im April dieses Jahres drangen Unbekannte in eine Kirche in Altwarp (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ein.

In anderer Form schwer betroffen ist auch die jüdische Gemeinde Rostock. Der jüdische Friedhof in Kröpelin war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von rechtsextremem Vandalismus. 2012 beschmierten Unbekannte zahlreiche Grabsteine mit blauen Hakenkreuzen. Im Januar 2016 wurden auf der Ruhestätte in der Kleinstadt mehrere Denkmäler umgeworfen. Die Täter konnten laut Gemeinde nicht ermittelt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen