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Vom Seenland ins Deutsche Eck

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Der Buga-Chef aus Schwerin organisiert die neue Gartenschau an Rhein und Mosel

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erstellt am 14.Apr.2011 | 10:05 Uhr

Schwerin | Er war der Gastgeber der Bundesgartenschau 2009 und führte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durch die prächtigen Blumenmeere Schwerins - Jochen Sandner. Mit seinem Namen ist der Erfolg der Buga in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns verknüpft. Heute wird in Koblenz die Buga 2011 eröffnet und Sandner, der in Schwerin als Geschäftsführer tätig war, führt mittlerweile die Geschäfte der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) in Bonn.

Obwohl sich sein Aufgabenspektrum mit der neuen Position erweitert hat, ist Sandner mit der Organisation der Buga in Koblenz eng verbunden und fiebert der Eröffnung entgegen: "Es ist spannend, wie immer, wenn eine Bundesgartenschau vor dem Auftakt steht." Dabei hat er diesmal eine andere Rolle als in Schwerin: "Ich bin nur mittelbar in der Verantwortung als Mitgesellschafter und Partner. Den eigentlichen Stress haben die Organisatoren vor Ort in Koblenz." In der Geschäftsstelle der DBG in Bonn laufen die Fäden der Bundesgartenschauen zusammen. Hier werden die Schauen geplant, die Veranstalter bei der Vorbereitung und Umsetzung unterstützt sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit organisiert.

Die Buga 2011 lockt unter dem Titel: "Koblenz verwandelt" an drei Standorte - das Koblenzer Schloss, den Blumenhof am Deutschen Eck und die Festung Ehrenbreitstein. Die Rheinseilbahn ermöglicht es Blütenbegeisterten, von einem der Ausstellungs areale zum anderen zu wechseln. Es ist etwas Besonderes der Buga Koblenz, dass man, um alle Teile der Schau zu erleben, über das Wasser kommen muss, sagt Jochen Sandner.

Diese Nähe zum Wasser erinnert an die Gartenschau in Schwerin vor zwei Jahren. Sie sei in zweierlei Hinsicht besonders gelungen, schätzt er ein. "Sie war ein starker Touristenmagnet und wirtschaftlich sehr erfolgreich." Rund 1,86 Millionen Besucher waren damals gezählt worden, unterm Strich stand ein Gewinn von 3,08 Millionen Euro. Nach Angaben der Organisatoren war die Schweriner Buga neben der Buga in Potsdam 2001 die einzige seit 1951, die kostendeckend beziehungsweise mit einem Plus endete. 77,2 Millionen Euro wurden zuvor - vor allem vom Land - investiert. Die Buga galt mit knapp 60 Hektar als kleinste bislang, Herzstück war der Schlossgarten. Die üppigen Blumenrabatten sind zwar verschwunden, die neuen Uferpromenaden aber und die schwimmenden Gärten blieben.

Jochen Sandner hält bis heute die Kontakte nach Schwerin Mecklenburg-Vorpommern aufrecht und ist regelmäßig in Schwerin zu Gast. Neben der Erfolgsgeschichte verbindet den DBG-Chef ein privater Höhepunkt mit der Landeshauptstadt. Inmitten des bunten Blumenmeeres rund um das Schloss hatte er im Sommer 2009 seine beiden kleinen Töchter taufen lassen. "Mit Wasser aus dem Schweriner See."

Gegenwärtig betreut Jochen Sandner sechs Gartenschauen. Bis 2019 stehen die Veranstaltungsorte bereits fest. Von Hamburg bis Heilbronn ist er unterwegs, zwischen 80 000 und 100 000 Kilometer im Jahr. Derzeit pendelt er hauptsächlich zwischen Koblenz, Potsdam und Bonn. In Koblenz besucht er das aktuelle Projekt, in Bonn sitzt der DBG und in Potsdam lebt seine Familie.

Die habe sich an sein stetes Pendler leben gewöhnt, sagt der DBG-Chef. In 20 Jahren Gartenschautätigkeit hat er vier Bundesgartenschauen und zwei Landesgartenschauen betreut. Bei Sandners besteht eine strenge Trennung zwischen dem Familien- und dem Arbeitsmittelpunkt. "Bei uns dominiert der Alltag die Beziehung nicht so sehr. Wir reduzieren das Zusammensein auf die schönen Dinge im Leben." Sandners Ehefrau ist im Tourismus beschäftigt. So sei auch auf dieser beruflichen Ebene eine Verbindung da.

Beruf und Freizeit weiß Sandner mit seiner Familie gut zu kombinieren: "Wir schauen uns gemeinsam Parks, Gartenanlagen und Gartenfeste an." Sogar seine beiden vierjährigen Töchter sind bereits begeisterte Buga-Fans. Das fünfte Wort nach Mama, Papa, Oma und Opa war Buga, verrät Jochen Sandner. Auch das Schweriner Maskottchen Fiete sei für die Mädchen noch immer eine Identifikationsfigur mit der Buga.

Jochen Sandner hat vor mehr als 20 Jahren in Cottbus seine Laufbahn als Organisator von Bundesgartenschauen begonnen. Doch schon vorher hatte er durch seine Familie einen engen Bezug zu Natur und Garten. Als Kind verdiente er sich sein Taschengeld mit der Gartenarbeit. "Ich bin aber nicht über den Gartenweg sondern über die Bereiche Marketing und Organisation an das Thema herangekommen. Sehr nüchtern eigentlich." Die Liebe zu den Gartenschauen, zu den Pflanzen- und Blumenmeeren hat er während seiner langjährigen Tätigkeit als Organisator aber unbedingt entdeckt, wie er betont. So wächst die private Bibliothek der Sandners stetig an und beherbergt immer mehr Literatur zum Thema Garten: "Auch über die Bugas hinaus - es ist ein einfach richtig tolles Thema", findet Jochen Sandner. Den sprichwörtlichen Grünen Daumen habe er zwar nicht, gesteht er. Aber immerhin einen Angelernten. Der kommt im heimischen Garten zum Einsatz. Dessen 350 Quadratmeter seien vom gärtnerischen Aufwand überschaubar und zum Ausspannen wie geschaffen.

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