Verfahren gegen Neptun-Chefin eingestellt

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20. Dezember 2010, 10:21 Uhr

Rostock | Das Landgericht Rostock stellt das Strafverfahren gegen die Vorstandsvorsitzende V. der Rostocker Baugenossenschaft BG Neptun gegen Zahlung von 80 000 Euro ein. Das Gericht entschied, dass das Geld an gemeinnützige Einrichtungen und die Staatskasse gehen soll. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau wegen Untreue und Subventionsbetrugs angeklagt. Danach soll sie zwischen 1999 und 2002 Ausschreibungen an einem Bauvorhaben so manipuliert haben, dass ein bestimmter Bauunternehmer das günstigste Angebot habe abgeben können. Aufgrund dieser fingierten Ausschreibung hätten Fördermittel von mehr als 33 000 Euro nicht in Anspruch genommen werden dürfen. Der Verfahrenseinstellung liegen Absprachen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung nach Paragraf 153 der Strafprozessordnung zugrunde.

Die Chefin der Rostocker Baugenossenschaft sei nach der aktuellen Entscheidung der Richter nicht vorbestraft. Die Verfahren gegen die zwei mitangeklagten Männer, Karsten J. und Lennart V. wegen Beihilfe zur Untreue werden ebenfalls gegen Zahlung von 40 000 beziehungsweise 10 000 Euro ebenfalls eingestellt worden.

"Frau V. muss ihre letzte Rate bis zum April 2011, Karsten J. bis Februar 2011 und Lennart V. muss seine unverzüglich zahlen", sagt Hansje Eidam, Sprecherin am Landgericht. "Wenn das Geld da ist, erfolgt die Einstellung des Strafverfahrens".

"Ich bin froh über das Ende des Verfahrens", sagt Klaus-Peter Beese, Aufsichtsratsvorsitzender der BG Neptun. Die Vertreterversammlung als höchstes Mieter-Gremium hatte bereits im Oktober 2007 beschlossen, dass V. Vorstands-Chefin bleibt, so lange sie nicht verurteilt wird. "Das ist jetzt gegeben, das Urteil sowie die Ergebnisse des Prüfberichtes bei der BG Neptun und die täglich Arbeit unserer Vorstandschefin sprechen dafür, dass sie auch künftig im Amt bleibt", sagt Beese. "Ich bin froh, dass alles vorbei ist", sagt die BG-Neptun-Chefin.

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