Neue Entwicklung : Sichere Werte ohne Blutentnahme

Ein neues Blutzucker-Messgerät für Diabetiker soll vom Medizintechnik-Hersteller Bluepoint Medical Selmsdorf und der Universität Rostock bis 2015 entwickelt werden.

svz.de von
10. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Ein optisches Blutzucker-Messgerät für Diabetiker soll vom Medizintechnik-Hersteller Bluepoint Medical Selmsdorf und der Universität Rostock bis 2015 entwickelt werden.

Das handliche sensorische Instrument mit der Größe eines Fingerhuts nutze Infrarotlicht und Photodetektoren zum „unblutigen“ Bestimmen des sogenannten Langzeitzuckerwertes, erklärte gestern Bluepoint-Geschäftsführer Bernd Lindner.

Die Kontrolle dieses Parameters, des Glykohämoglobins, sei zum Einstellen der Insulingaben für den Patienten wichtig. Voraussichtlich Ende 2015 solle die Neuentwicklung marktreif sein, sagte Lindner.

Der Glykohämoglobinwert spiegelt den Blutzuckerverlauf und somit den Stoffwechsel eines Diabetikers über einen Zeitraum von 80 bis 120 Tagen wider. Wenn Patienten ihren Blutzuckerwert nicht richtig einstellen, drohen schwere gesundheitliche Folgeschäden der Zuckerkrankheit wie Herzinfarkt, Erblinden oder Nierenversagen, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums erklärte. Zudem sei eine gute Regulierung wichtig für das Wohlbefinden der Diabetiker. Allein in Deutschland gebe es etwa sieben Millionen Erkrankte.

In die Entwicklung des neuen Testgerätes, das erstmals ohne Blutentnahme sichere Werte liefern soll, werden insgesamt 838 000 Euro Forschungsgelder investiert, davon 669 000 Euro aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung. Ziel sei es, ein europäisches Produkt auf dem weltweiten Wachstumsmarkt der Sensorik zu platzieren, der gegenwärtig von den USA dominiert werde.


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