Wismar : Seltener Schnabelwal an Ostseeküste gestrandet

<p>Zwei Angler hieven im flachen Wasser am Anleger in Wohlenberg einen Schnabelwal zurück ins tiefere Ostseewasser. </p>
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Zwei Angler hieven im flachen Wasser am Anleger in Wohlenberg einen Schnabelwal zurück ins tiefere Ostseewasser.

Ungewöhnlicher Fund in der Nähe von Wismar: Ein Schnabelwal kommt dem Strand zu nah und wird von Anglern gerettet.

svz.de von
25. September 2015, 21:00 Uhr

Ein seltener Schnabelwal ist am Freitag an der Ostseeküste vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandet. Das vier Meter lange Tier sei am Anleger in Wohlenberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) entdeckt und dann geistesgegenwärtig von zwei Anglern wieder ins tiefere Wasser gehievt worden, sagte in Stralsund der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke. „Wir hoffen, dass das Tier den Weg raus aus der Wohlenberger Wiek findet.“ Das ist ein Teil der Wismarer Bucht.   Die Forscher vermuten nach der Auswertung von Fotos, dass es sich um einen noch nicht ausgewachsenen Entenwal oder um einen erwachsenen Sowerby-Zweizahnwal handelt - tendieren aufgrund der Fluke (Flosse)  jedoch eher zum Nördlichen Entenwal (Hyperodoon ampullatus).

Die in atlantischen Gewässern lebenden Schnabelwale mit ihrer prägnanten langgezogenen Schnauze sind nach Angaben der Forscher des Meeresmuseums selten - besonders der Sowerby-Zweizahnwal. Vier Entenwale sind nach Angaben des Museums seit 1634 als Totfunde in Mecklenburg-Vorpommern registriert worden. Zwischen 1863 und 1894 wurden drei Tiere bei Zingst, Rosenhagen und Ahlbeck auf Usedom dokumentiert.  Im August 1993 strandete ein Mutter-Kalb-Paar lebendig bei Hiddensee.

Während das Kalb gerettet werden konnte, überlebte die Walkuh den Rettungsversuch nicht. Die Strandung eines noch selteneren Sowerby-Zweizahnwals ist für 1913 vor Mecklenburg-Vorpommern und 1992 vor Dänemark dokumentiert, sagte Benke.

Der Berliner Andreas Müller, der zu einem Feuerwehrwettkampf, an die Küste gereist war, hatte das Tier entdeckt, als er beim Angeln auf dem Anleger stand. „Ich dachte zuerst, das sei ein riesengroßer Fisch.“ Das Tier sei im 40 bis 50 Zentimeter tiefen Wasser auf Grund gelaufen. Zunächst habe er selbst versucht, das Tier zu drehen. Als das nicht gelang, habe er zwei im Wasser stehende Angler zu Hilfe gerufen, berichtete Müller.

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