Robbie : Seehund stirbt weit vom Meer

Ostsee-Seehund Robbie schwamm rund 100 Kilometer landeinwärts im Peenekanal nach Malchin.
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Ostsee-Seehund Robbie schwamm rund 100 Kilometer landeinwärts im Peenekanal nach Malchin.

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07. März 2014, 20:46 Uhr

Malchin  Trauer in Malchin: Der von der Ostsee ins Binnenland eingewanderte Seehund „Robbie“, der wochenlang munter in der Peene bei Malchin herumschwamm, ist tot.

Ein Angler fand den Kadaver gestern Vormittag am Peenekanal, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung Malchin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht des Radiosenders „Ostseewelle“.

Was „Robbie“ zum Verhängnis wurde, ist noch unklar. Möglicherweise litt er an einer Krankheit: Am Donnerstagabend war Tierarzt Oliver Westphal an den Peenekanal gerufen worden, nachdem Passanten den Seehund apathisch am Ufer liegen sahen. Das Tier sei sehr abgemagert und stark unterkühlt gewesen, sagte Westphal. „Es konnte nur noch den Kopf heben.“ Äußere Verletzungen habe die Robbe nicht aufgewiesen, berichtete der Veterinär weiter.

Nach Rücksprache mit Experten der Seehundstation in Friedrichskoog (Schleswig-Holstein) habe er „Robbie“ per Magensonde Medikamente zur Kreislaufstabilisierung sowie gegen Schmerzen und eine mögliche Entzündung gegeben. „Danach wurde der Seehund relativ schnell ein bisschen mobiler, rutschte ins Wasser und schwamm davon.“   Später am Abend wurde „Robbie“ noch einmal gesehen, danach nicht mehr – bis schließlich gestern ein Angler den traurigen Fund machte.

Der tote „Robbie“ wurde noch gestern ins Landesamt für Fischerei in Rostock gebracht, wo Wissenschaftler die Todesursache klären wollen. Ergebnisse werden nicht vor Anfang der neuen Woche erwartet, erklärte die Sprecherin des Landesamtes.

Robben aus der Ostsee, die ins Binnenland schwimmen, gelten als große Seltenheit. „Robbie“ soll rund 100 Kilometer die Peene landeinwärts gewandert sein. Experten zufolge wurde der letzte Seehund aus der Ostsee 1661 im Kummerower See beobachtet.

Ein Augenzeuge hatte den Seehund Mitte Januar im Malchiner See gesichtet, es aber nicht für möglich gehalten.

Kurz danach kam die Frostwelle mit nachts bis zu minus 17 Grad und ließ den Kummerower und Malchiner See ganz zufrieren. Wenig später tauchte „Robbie“ dann am Peene-Kanal in Malchin auf, wo es Eislücken gab.

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