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Ferienangebote in MV : Schmales Programm auf dem Land

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Jugendhäuser, Museen, Zoos, Bibliotheken: Wer die Sommerferien hierzulande verbringt, findet in größeren Städten viele Angebote. Auf dem Land ist dagegen weniger los.

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2015 | 09:19 Uhr

Ausschlafen, faulenzen, mit Freunden abhängen - mehr wollen viele Schüler nach einem anstrengenden Schuljahr erst mal nicht. Aber sechs Wochen sind lang. Nicht alle Eltern können mit ihren Kindern verreisen oder ihnen eine Reise ermöglichen. Und selbst dann bleibt noch eine Menge Zeit übrig. Im ganzen Land gibt es Angebote für die Sommerferien, von Fahrten über Ferienspiele bis hin zu einzelnen Veranstaltungen in Museen oder Bibliotheken. Allerdings sind die Möglichkeiten in den Städten deutlich besser als auf dem Land, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In Schwerin gibt es zum Ferienauftakt am Montagnachmittag ein großes Fest in der Innenstadt. Eine ganze Straße verwandelt sich in einen Spielplatz. Ein Ferienkalender, den der Stadtjugendring zusammenstellte, listet die Angebote des Staatlichen Museums, der Bibliothek, von Jugendhäusern und Freizeitzentren Tag für Tag auf, wie Geschäftsführerin Regina Dorfmann sagte. Das Schlossmuseum lädt zu einer Entdeckungstour im Burggarten ein, ein Jugendhaus zum Gitarrenkurs, zum Backen oder zum Tischtennisturnier, ein Club zur Fahrradtour.

Die Beiträge übersteigen selten zwei Euro. „Die Angebote sind stark nachgefragt von Eltern und auch von Großeltern, die ihre Enkel zu Besuch haben“, sagte Dorfmann. Auch andere Museen wie das Ozeaneum in Stralsund, das Müritzeum in Waren oder in Rostock das Kulturhistorische Museum haben Ferienveranstaltungen im Programm, ebenso die Zoos im Land.

Die Veranstaltungen stehen allen Kindern offen, doch sie müssen mobil sein. Schulbusse fahren in den Ferien nicht. Ältere Schüler können mit dem Ferienticket für einmalig 30 Euro bis zum 30. August mit Bus und Bahn durchs Land reisen. Doch wer abseits der Strecken wohnt, ist aufs Rad oder die Eltern angewiesen, wie die Schulsozialarbeiterin Ines Osterloh in Selmsdorf (Nordwestmecklenburg) sagte.

Sie ist federführend beim zweiwöchigen Ferienprogramm der Gemeinde in den Räumen der Grundschule. Das größte Angebot für Kinder und Erwachsene: Gemeinsam den Angelschein machen. Daneben gibt es die Möglichkeit, Porzellan zu bemalen und Gläser zu gravieren, mit dem Chefkoch vom Dorfrestaurant zu kochen und beim Neugestalten des Schulhofs mitzumachen. Mehr als 100 Kinder seien angemeldet, sagte Osterloh. 205 Schüler hat die Schule. Der Bedarf ist groß.

In Tützpatz (Mecklenburgische Seenplatte) fällt das Angebot für Ferienkinder schmaler aus. Schüler der Klassen 5 und 6 können für eine Woche in ein Zeltlager des Sozialwerks Malchin fahren, berichtete Schulleiter Burghardt Schlamm. Ansonsten bleibe für viele nur: „Oma und Opa besuchen“, sagte er. Früher habe die Schule in den Ferien noch Schwimmlager angeboten, doch das Bad wurde nach der Wende geschlossen. Wie anderswo hat auch in der Seenplatte der Kreisjugendring das Angebot von Verbänden für Sommerferienspiele gebündelt. Es reicht nur für eine Woche.

Ein wichtiger Fixpunkt in den Ferien ist die Kirche. Die evangelische Nordkirche bietet in diesem Sommer in Mecklenburg-Vorpommern 85 Freizeiten an und erwartet insgesamt 3800 Teilnehmer. „Bei uns sind alle Kinder und Jugendlichen herzlich willkommen, einfach so und auch, ohne Kirchenmitglied zu sein“, sagte Cora Herrmann vom Jugendpfarramt in der Nordkirche. Die Teilnehmerbeiträge seien moderat, bei Bedarf gebe es Vergünstigungen.

Wer mit Gleichaltrigen verreisen will und kann, findet im Ferienkalender des Landesjugendrings eine große Auswahl. 142 Angebote von 31 Veranstaltern sind aufgelistet. „Die Plätze gehen weg wie warme Semmeln“, sagte Geschäftsführer Friedhelm Heibrock. Eine Woche Ferienlager kostet um die 200 Euro, einige Angebote sind deutlich teurer. Das dreijährige Programm „Kinder brauchen Ferien“, mit dem bedürftige Familien unterstützt wurden, sei 2014 ausgelaufen, bedauerte Heibrock.

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