Musik : Schlager-Streit beschäftigt Generalstaatsanwalt

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Der Streit um mehr deutschsprachige Musik im öffentlich-rechtlichen Landessender NDR 1 Radio MV geht in die nächste Runde.

svz.de von
22. September 2015, 21:00 Uhr

Die Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio und für die Bewahrung unserer Muttersprache“ hat beim Generalstaatsanwalt des Landes Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Schwerin eingelegt, einer Anzeige gegen die Spitze des NDR-Landesfunkhauses nicht nachzugehen. Das teilte der Vorsitzende des Sprecherrats der Bürgerinitiative, Willi Behnick, am Dienstag mit. Die Beschwerde liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die Initiative wirft der Direktorin des Landesfunkhauses in Schwerin, Elke Haferburg, und dem Chefredakteur von NDR 1 Radio MV, Joachim Böskens, Diskriminierung vor. Sie fordert überwiegend deutsche Musik auf NDR 1 Radio MV. Ein Anteil von derzeit 80 Prozent englischsprachiger Titel sei eindeutig zu viel, sagte Behnick. Viele ältere Menschen verstünden kein Englisch. Die Gruppe der über 60-Jährigen stellt den größten Höreranteil von NDR 1 Radio MV. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte erklärt, eine mögliche Diskriminierung von Rundfunkhörern sei nicht unter Strafe gestellt.

Die Bürgerinitiative beruft sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das sie verletzt sieht. Dieses enthält laut Staatsanwaltschaft aber keine Straftatbestände. Der Schlager-Streit hatte zuvor bereits den Petitionsausschuss des Landtags beschäftigt.

Dort hatte Funkhaus-Chefin Haferburg die Musikauswahl als Ergebnis wissenschaftlich fundierter Medien- und Marktforschung bezeichnet.

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