Flüchtlingsrat MV : Schiffe als Flüchtlingsheime

In Griechenland sucht MV nach Schiffen, die als Flüchtlingsunterkünfte infrage kommen.
In Griechenland sucht MV nach Schiffen, die als Flüchtlingsunterkünfte infrage kommen.

Das Innenministerium überlegt, Flüchtlinge auch auf ausgedienten Fähren oder Kreuzfahrtschiffen unterzubringen.

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10. November 2015, 21:00 Uhr

Die Überlegungen des Innenministeriums, Flüchtlinge auch auf ausgedienten Fähren oder Kreuzfahrtschiffen unterzubringen, treffen beim Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommerns auf positive Resonanz. „Solche Schiffe wären im Winter sicher besser zu beheizen als Zelte, und eine Kabine gewährleistet bestimmt mehr Intimsphäre als eine Turnhalle“, sagte die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz, gestern in Schwerin.

„Wir haben die Verpflichtung, für vernünftige Flüchtlingsunterkünfte zu sorgen. Dabei lassen wir keine Möglichkeit außer Betracht“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Gerade für ein Küstenland mit gut ausgebauten Häfen böten sich dabei auch Schiffe an. Deshalb würden Fachleute im Auftrag des Landes unter anderem in Griechenland infrage kommende Schiffe prüfen. „Entscheidungen gibt es noch nicht.

Sie werden auch abhängig von der weiteren Entwicklung des Flüchtlingszustroms zu treffen sein“, machte Caffier deutlich. Ziel bleibe, Notunterkünfte wie auf dem Agrarmesse-Gelände in Mühlengeez bei Güstrow möglichst bald wieder aufzulösen. Gestern war nur noch knapp die Hälfte der rund 3800 Plätze in den 17 Notunterkünften des Landes belegt.

Doch auch die Nutzung von Fahrgastschiffen dürfe, wie die aller anderen Notunterkünfte, nur eine Übergangslösung sein, mahnte Seemann-Katz. Ziel müsse weiterhin bleiben, die Registrierung der Flüchtlinge zu beschleunigen und diese dann rasch in die Kommunen weiterzuleiten. Dort gebe es Wohnraum, sagte Seemann-Katz, machte allerdings bei Rostock wegen der Wohnungsknappheit dort Einschränkungen.

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