Reisebüro für Kinder : Reisen auf Pauls Spuren

Das Buch über das Pferd Paul hat Ronald Apitz (r.) herausgegeben und Peter Grosch bietet nach dieser Vorlage Fahrten für bedürftige Kinder an.
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Das Buch über das Pferd Paul hat Ronald Apitz (r.) herausgegeben und Peter Grosch bietet nach dieser Vorlage Fahrten für bedürftige Kinder an.

Peter Grosch hat ein „Reisebüro für Kinder“ ins Leben gerufen

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20. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Peter Grosch vom Diakonischen Werk, der Initiator der Kindertafel in Schwerin, hat sich für die von ihm betreuten Jungen und Mädchen etwas Besonderes einfallen lassen. Sie werden nicht nur mit Essen versorgt. Grosch hat ein „Reisebüro für Kinder“ ins Leben gerufen. Die Idee entstand, nachdem der NDR den Film „Die hungrigen Kinder von Schwerin“ ausgestrahlt hatte. „Etliche Kinder sind aus ihrem unmittelbaren Umfeld in Neu Zippendorf oder im Mueßer Holz bisher kaum herausgekommen. Denen wollen wir neue Erlebnisse schaffen.“ Und so waren bereits fünf Gruppen mit insgesamt 50 Kindern in Wismar, wo der Hafen besichtigt wurde, oder auf dem Reiterhof in Raben Steinfeld, wo die Kinder Pferde striegeln und auch reiten konnten. Ausgangspunkt der Touren ist immer der Kinderbauernhof in Zietlitz. Dort übernachten die Lütten in der Rundscheune. Am nächsten Tag geht es dann mit einem Bus auf Tour.

Unterstützt wird das „Reisebüro für Kinder“ von Ronald Apitz. Der Inhaber einer Ingenieurgesellschaft mit zehn Mitarbeitern hat selbst als Kind zusammen mit seiner Schwester vier Jahre lang in einem Heim gelebt.

Apitz hat vor zwei Jahren ein Buch herausgegeben. „Ein Pferd namens Paul“ macht darin eine Reise durch Mecklenburg von Rostock nach Schwerin. Dabei „erläuft“ Paul quasi Geld für das Kinderreisebüro. Denn ein Euro pro verkauftem Buch geht an diese Einrichtung. Im Sommer hat Ronald Apitz bereits 400 Euro an Peter Grosch übergeben, wovon die ersten Reisen unternommen werden konnten. Jetzt, vor Weihnachten, waren es noch einmal 600 Euro. „Die Familien, aus denen die Kinder kommen, können sich meist einen Urlaub nicht leisten“, sagt Apitz. „Außerdem sind diese Kurzreisen gleichzeitig auch ein Bildungsangebot für die Jungen und Mädchen.“ Denn die lesen zunächst die Geschichte von Paul. Dann geht es zu einigen der Stationen, die auch das Pferd besucht.

Die Möglichkeit, auf den Spuren Pauls zu wandeln, haben auch schon Schulen entdeckt. Grundschulen in Plau am See, in Sukow und in Schwerin haben jeweils ganze Klassensätze zu 30 Exemplaren erworben. Und der regionale Stromversorger Wemag hat analog zum Buch „Ein Pferd namens Paul“ ein Brettspiel entwickelt, das inzwischen in vielen Kindertagesstätten im Land genutzt wird.

Pauls Reise wird im nächsten Jahr weitergehen. Pünktlich zum Weihnachtsfest 2014 soll die Reise des Pferdes weitergehen. „Wohin – das wird aber noch nicht verraten“, sagt der Herausgeber. Und auch Peter Grosch plant bereits die nächsten Touren auf den Spuren Pauls für „seine“ Kinder.

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