„Jugend forscht“ : Piña Colada aus dem Automaten

<p>Bis zu ihrer Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ tüftelten Tim Meinhardt (l. u.) und Axel Utech etwa zwei Jahre an ihrer Cocktailmaschine. </p>

Bis zu ihrer Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ tüftelten Tim Meinhardt (l. u.) und Axel Utech etwa zwei Jahre an ihrer Cocktailmaschine.

Was aus der Cocktailmaschine wurde, die zwei Schweriner vor fünf Jahren bei „Jugend forscht“ vorführten

svz.de von
26. September 2015, 16:00 Uhr

Für ihre Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ haben die Schweriner Axel Utech und Tim Meinhardt vor fünf Jahren eine Cocktailmaschine „CTM“ gebaut. Im Fokus stand für die beiden Jungforscher damals, den Vorgang des Zutatenmischens zu automatisieren. Vom Konzept bis zur Fertigstellung ihrer Cocktailmaschine tüftelten Tim Meinhardt und Axel Utech etwa zwei Jahre. Ende 2008 hatten sie die erste Version ihrer Maschine fertig. „Mit einem Rechner konnte man einen Cocktail auswählen, der dann in einem Becher in der Mitte der Maschine zusammengemixt wurde“, erklärt Axel Utech (24). Doch es gab auch einige Probleme zu bewältigen. „Die Ansteuerung der Pumpen war unzuverlässig und führte zu zahlreichen Rechnerabstürzen“, sagt Tim Meinhardt (25).

Für die Jungforscher stand fest, die Maschine zu überarbeiten. In einer neueren Version konnte der Cocktail auch mit kleinen Eisstücken versehen und geschüttelt werden. Dabei fungierte ein Computer als zentrale Steuerung für die Maschine. Ob Piña Colada, Tequila Sunrise oder Zombi – auf einer Cocktailkarte standen verschiedene Rezepte zur Auswahl. „Unser selbstentwickeltes Steuergerät sorgte dafür, dass bis zu acht verschiedene Zutaten mittels Pumpe in der richtigen Dosierung in einen Shaker gefüllt  werden konnten“, erklärt Axel Utech und fügt hinzu: „Dann kam ein Deckel auf den Shaker, der mit Elektromagneten fixiert wurde.“ Nach dem maschinellen Schütteln gelangte der Cocktail automatisch in ein Glas, das genau 250 Milliliter fasst.

Für ihre Erfindung haben die Schweriner 2010 für das Land MV beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ den Sonderpreis „Technik“ gewonnen. Darüber hinaus präsentierten sie ihre Cocktailmaschine 2011 auf der Hannover Messe und auf dem Deutschlandfest. Für den Aufbau der Cocktailmaschine, die aus etwa 16 technischen Komponenten bestand, benötigten Axel Utech und Tim Meinhardt einen halben Tag. Etwa 150 Cocktails schüttelte die Maschine pro Ausstellung.

Nach zwei Jahren Existenz haben die Erfinder das Gerät in seine Einzelteile zerlegt, um es für weitere Projekte zu nutzen. „Ich arbeite derzeit an einem 3D-Drucker und habe dafür Teile des Gehäuses verwendet“, verrät Tim Meinhardt, der Elektrotechnik an der TU Hamburg studiert. Teile der Steuerung hat er in seine private Bierbraumaschine eingebaut. Axel Utech hat gerade seinen Master in Elektrotechnik an der Fachhochschule Wismar erhalten.

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