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Drillinge : Nach 71 Tagen geht es nach Hause

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aus zwei mach fünf: Marie und Thomas Oßwald wurden am 22. Oktober Eltern von Drillingen / Gestern wurde die Familie aus der Klinik entlassen

71 Tage – so lange mussten Ben, Max und Till im Krankenhaus bleiben. 71 Tage, in denen Ärzte und Schwestern des Rostocker Südstadtklinikums um ihr junges Leben kämpften. Gestern durften die drei Jungs nach Hause. An dem Tag, an dem sie eigentlich das Licht der Welt erblicken sollten. „Der 3. Januar war mein errechneter Geburtstermin“, verrät Marie Oßwald. Doch das Schicksal spielte der Drillings-Mutter einen bösen Streich. In der 23. Schwangerschaftswoche gefährdete ein Blasensprung die Gesundheit ihrer Babys. „Ich wollte noch einmal meine Eltern besuchen, bevor mein Bauch zu dick wurde. Der Besuch endete im Krankenhaus.“ Zu diesem Zeitpunkt waren Ben, Max und Till noch nicht überlebensfähig. „Ich hatte furchtbare Angst, dass plötzlich alles vorbei sein könnte, dass ich die drei verlieren würde“, erinnert sich Marie Oßwald.

Die Ärzte im Südstadtklinikum konnten die Schwangerschaft um sechs weitere Wochen herauszögern. Am 22. Oktober wurden die Jungs geboren – Mit einem Durchschnittsgewicht von 1200 Gramm. „Solch extrem unreife Frühgeborene brauchen eine Eins-zu-Eins-Versorgung“, sagt Oberarzt Dr. Ralf Seelinger. Die Komplikationen während der Schwangerschaft hätten zu Schwierigkeiten bei der Lungenentwicklung eines der Babys geführt. „Mein Mann und ich haben jeden Tag gehofft, dass alles gut geht“, so Marie Oßwald. Und das wurde es: Mittlerweile haben Ben, Max und Till ihr Geburtsgewicht verdoppelt. Auch die Organe hätten sich gut entwickelt. „Wir sind aufgeregt und gespannt, was die Zukunft bringen wird. Wir sind als Paar gekommen und gehen als fünfköpfige Familie.“

Und auch wenn die Zeit im Krankenhaus durch viele schwierige Momente geprägt war, hatte sie doch etwas Gutes: „Ich habe eine alte Schulfreundin getroffen. Wir haben am selben Tag entbunden“, erzählt Marie Oßwald. Katja Weinert hat Zwillinge bekommen. Mattheo und Max kamen ebenfalls zu früh auf die Welt. „Dass wir das gleiche Schicksal teilen, hat uns zusammengeschweißt“, sagt Katja Weinert. „Dass wir uns unter dieses Umständen wiedersehen, hätten wir nicht gedacht. Wir wollen auf jeden Fall in Kontakt bleiben.“

Für die Oßwalds ging es gestern zurück nach Hamburg. Dort hat die kleine Familie vor kurzem ein Haus gekauft. Sie sind gut ausgerüstet für die nächsten Tage, Wochen und Monate, bekommen täglich Unterstützung von einer Hebamme. „Unsere Nachbarn haben sich schon erkundigt, wann wir endlich kommen. Sie erwarten uns schon“, scherzt die 29-Jährige Marie Oßwald.

Sollte noch einmal Nachwuchs anstehen, will die Familie zurück in die Heimat kommen. In Bützow haben die beiden Verwandtschaft. „Ein Mädchen wäre vielleicht noch einmal schön“, so Marie Oßwald. „Dann bräuchten wir die Unterstützung der Familie.“ Erst einmal fordern aber Ben, Max und Till die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern. „Die kleinen Kämpfernaturen werden uns schon auf Trab halten.“

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erstellt am 03.Jan.2014 | 22:00 Uhr

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