Volle Strände, heftige Unwetter : MV im Hitzestress

Blauer Himmel und tropische Temperaturen - die Ostseestrände lockten am Wochenende Hunderttausende Sonnenhungrige an. Gleichzeitig bescherten Sonne und Gewitter den Einsatzkräften im Nordosten zahlreiche Einsätze.
Blauer Himmel und tropische Temperaturen - die Ostseestrände lockten am Wochenende Hunderttausende Sonnenhungrige an. Gleichzeitig bescherten Sonne und Gewitter den Einsatzkräften im Nordosten zahlreiche Einsätze.

Tropische Temperaturen lösen einen Ansturm auf die Ostseestrände im Land aus. Gewitter halten Rettungskräfte auf Trab.

svz.de von
05. Juli 2015, 21:00 Uhr

Tropenhitze und Sommergewitter haben am Wochenende ganz Mecklenburg-Vorpommern auf Trab gehalten. „Das ist absolut ein Wochenende, an dem der Motor auf Hochtouren läuft“, sagte der Sprecher des Tourismusverbandes, Tobias Woitendorf am Sonntag. An den Badestränden lagen die Urlauber dicht an dicht. Sommerhoch „Amelie“ sorgte Samstag für Temperaturen von 37 Grad in Boizenburg an der Elbe, der niedrigste Wert wurde im Ostseebad Boltenhagen gemessen - und selbst das brachte es auf immerhin 25,4 Grad. Bestes Badewetter.

Kein Wunder also, dass die Menschen aus allen Himmelsrichtungen an die See strömten. Die Buchungsauslastung lag laut Woitendorf bei 90 Prozent, auch Campingplätze waren stark nachgefragt. In der offiziellen Statistik, in der Beherbergungsstätten mit mehr als neun Betten ausgewiesen werden, gibt es landesweit rund 180 000 Betten.

Dazu kommen noch 100 000 Schlafgelegenheiten auf den Campingplätzen und ungefähr die gleiche Zahl von Betten in kleingewerblichen Betrieben. Zusätzlich zum Sommerwetter lockten Veranstaltungen wie die Samstag eröffnete Warnemünder Woche oder das traditionelle Sundschwimmen in Stralsund an die Küste.

„Bei Wassertemperaturen in der Ostsee um die 18 Grad kann man sich gut abkühlen“, sagte Woitendorf. Sonntag seien die Strände wieder „pickepackevoll“ gewesen. Parkplätze waren überfüllt, Schattenplätze rar gesägt. Und auch vor Gewittern sei die Küste bis zum Sonntagnachmittag so gut wie verschont geblieben. „Die Ostsee wird ihrem Ruf als besseres Mittelmeer an diesem Wochenende gerecht“, sagte Woitendorf. Für den frühen Sonntagabend und die Nacht zu Montag kündigte der DWD allerdings kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel an.

Die Badeunfälle hielten sich laut Sprecherin der Rettungsleitstelle Vorpommern-Rügen zunächst in Grenzen. Am Sonntagvormittag kam es auf der Insel Rügen jedoch zu einem tragischen Badeunfall, bei dem ein 79-Jähriger aus zunächst ungeklärter Ursache ums Leben kam. Bereits am Samstag hatte eine Frau vor der Ostsee-Insel Hiddensee einen Wassersportler bei einem Bergungsmanöver mit einem Jetski überfahren und schwer verletzt. Die 37 Jahre alte Jetski-Fahrerin hatte versucht, den Mann zurück ans Ufer zu bringen, nachdem er mit einem Schleppreifen abgetrieben war.

Von der Seenotrettung in Sicherheit gebracht werden musste ein Paar, das mit seinem Wasserfahrzeug in der Nacht zu Sonntag im Bodstedter Bodden Probleme mit einem Anker hatte, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mitteilte. Der Anker hielt den Windböen eines Gewitterausläufers nicht stand, das Floß mit Deckshaus trieb orientierungslos umher.

Vor dem kühlenden Sprung ins Nass stand für viele Autofahrer vielerorts eine Geduldsprobe. Vor allem die Anfahrten zu den Inseln Rügen und Usedom waren Samstag stark frequentiert, wie ein Sprecher des Lagedienstes in Schwerin berichtete. Auch auf anderen Straßen zur Küste standen die Autos Stoßstange an Stoßstange. An vielen Badeorten waren zudem die Parkplätze überfüllt. Sonntag hatte sich die Verkehrslage hingegen entspannt.

Die Feuerwehr hatte vor allem in der Nacht zu Sonntag alle Hände voll zu tun. In Westmecklenburg waren die Einsatzkräfte nach Gewittern zu 80 Einsätzen unterwegs. In Hagenow (Kreis Ludwigslust-Parchim) schlug in der Nacht bei einem schweren Unwetter ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Dadurch fiel im gesamten Haus unter anderem die Telefon- und Fernsehanlage aus, wie die Polizei Rostock mitteilte.

Man habe zwar ein erhöhtes Einsatzaufkommen, „eigentlich ist das aber der ganz normale Sommerbetrieb“, sagte die Sprecherin der Rettungsleitstelle Vorpommern-Rügen am Sonntag. Es habe einige vereinzelte Ackerbrände im Landkreis und einige Einsätze wegen Hitzeerschöpfung gegeben.

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