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Ferienbeginn in drei Bundesländern und hunderte Baustellen : Mit Rekordstaus in den Urlaub

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Mit dem Ferienbeginn in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in dieser Woche drohen Urlaubern am Wochenende Rekordstaus. Die drei bevölkerungsreichsten Länder gehen fast zeitgleich in die Ferien.

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2011 | 12:01 Uhr

Berlin | Mit dem Ferienbeginn in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in dieser Woche drohen Urlaubern am Wochenende Rekordstaus. Die drei bevölkerungsreichsten Länder würden fast zeitgleich in die Ferien gehen, während andernorts die ersten Urlauber zurückkehrten, sagte Klaus Reindl vom ADAC. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland enden die Sommerferien in der nächsten Woche. "Man ist ganz sicherlich nicht allein", sagte Reindl zur Situation auf den Autobahnen. Reindl riet Urlaubern mit nicht allzu langer Anfahrt, am besten erst am Samstagnachmittag zu starten. "Dann fahren sie dem Stau hinterher." Die Anfahrt auf zwei Tage aufzuteilen, könne auch zu deutlich entspannterem Reisen führen. Die meisten Staus erwartete Reindl von Freitagmittag bis Samstagnachmittag bis etwa 14.30 Uhr. 510 Autobahnbaustellen, 100 mehr als im Vorjahr, erschweren dem ACE Auto Club Europa zufolge derzeit zusätzlich das Vorankommen.

Wenn der Verkehr stockt, haben Autofahrer ihr Schicksal laut dem Stauforscher Martin Treiber zum Teil selbst in der Hand. Im Zweifel solle man zunächst immer auf der Autobahn bleiben, auch wenn eine Verkehrsstörung gemeldet werde, sagte der Physiker von der Technischen Universität Dresden. Nebenstraßen seien nur dann ratsam, wenn der Autofahrer sich gut in der Region auskenne.

Treiber riet zu maximal einem Spurwechsel im Staubereich. Hineinfahren solle man auf der rechten Spur, da dort mehr Lücken vorhanden seien, sagte der Verkehrswissenschaftler. Die linke Fahrbahn ermögliche dann am Stauende ein zügiges Herausfahren, was zur rascheren Auflösung des Staus beitrage. Mehr Spurwechsel sind dem Forscher zufolge kontraproduktiv. Zum einen würden sie den Verkehrsfluss stören - neben einem hohen Verkehrsaufkommen und Engstellen sei dies der dritte Faktor für die Entstehung von Staus. Zum anderen fließt der Verkehr laut Treiber mal auf der einen und dann wieder auf der anderen Fahrbahn schneller. Jeder Fahrer würde sich für 60 bis 70 Prozent der Reisedauer stets auf der langsameren Spur befinden.

Laut einer EU-Studie verursachen Staus in Deutschland pro Jahr etwa 10 bis 20 Milliarden Euro Kosten, wie Treiber sagte. Das entspreche 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2010 wurden 185 000 Staus auf deutschen Autobahnen gemeldet. Das war fast ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Die gemeldeten Staulängen summierten sich auf fast 400 000 Kilometer, ein Plus von 14 Prozent. Die staureichsten Wochentage waren Donnerstag und Freitag mit 700 gemeldeten Staus.

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