Vibrionen-Alarm : Ministerin warnt vor Keimen in der Ostsee

Unsichtbarer Feind: Millionen Vibrionen-Keime tummeln sich in der Ostsee und können tödliche Erkrankungen verursachen.
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Unsichtbarer Feind: Millionen Vibrionen-Keime tummeln sich in der Ostsee und können tödliche Erkrankungen verursachen.

Sechs Stationen messen Bakterien-Belastung im Wasser. Ein Toter nach Infektion im vergangenen Jahr.

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14. Juli 2015, 21:00 Uhr

Sie sind winzig, lieben warmes Seewasser und können lebensgefährlich werden: Vibrionen leben seit einigen Jahren auch an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Infektionen mit diesen heimtückischen Bakterien beim Baden sind zwar sehr selten, die Erkrankungen verlaufen dann aber meistens dramatisch und enden oft tödlich. „Im vergangenen Jahr waren sechs Personen betroffen, wobei ein Mensch verstarb“, sagte gestern Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) bei der Vorstellung des Jahresberichts des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus).

Hesse ist sich sicher: „Wissen über diese Infektion kann Leben retten.“ So hatte sich im vergangenen Jahr ein 73-jähriger Mann aus Baden-Württemberg in Ahrenshoop angesteckt, als er mit einer kleinen offenen Wunde am Bein ins Wasser ging. Aus Unkenntnis trat er trotz Schmerzen am nächsten Tag die lange Heimreise an. Nach Ausbruch der Krankheit lag er drei Wochen im Koma und verlor sein Bein.

Untersuchungen des Ostseewassers durch das Lagus belegen, dass erst bei Wassertemperaturen ab 18 bis 20 Grad mit dem vermehrten Auftreten von Vibrionen zu rechnen ist, heißt es im Jahresbericht. „Inzwischen sind an sechs Stellen an der Küste Messstationen eingerichtet worden“, erklärte Heiko Will, Direktor des Landesamtes.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der SVZ vom 15. Juli und im ePaper.

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