Aus dem Gerichtssaal : Metallschrott gestohlen

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NPD-Mann wegen Diebstahls verurteilt. Neue Ermittlungen gegen 25-Jährigen.

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23. September 2015, 21:00 Uhr

Der Güstrower NPD-Stadtvertreter Nils Matischent ist rechtskräftig des gemeinschaftlichen Diebstahls in mehreren Fällen schuldig gesprochen worden. Der 25-Jährige zog gestern vor dem Landgericht in Rostock seine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Güstrow zurück und hat es somit anerkannt. Der Richter in Güstrow hatte den Kommunalpolitiker im Oktober 2014 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Strafe ist vier Jahre lang zur Bewährung ausgesetzt.

Matischent gilt als einer der führenden Köpfe der rechten Szene in Güstrow und Umgebung. Seit dem Frühjahr mischt er auch bei der „Bürgerwehr Güstrow“ mit, die zwar vorgibt, für „Recht und Ordnung“ sorgen zu wollen, aber vor allem dadurch auffällt, Stimmung gegen Asylbewerber und Flüchtlinge zu machen.

Die Verhandlung am Landgericht Rostock war nach nur zwei Minuten beendet. Nachdem Matischent erklärt hatte, das Amtsgerichts-Urteil nicht mehr anfechten zu wollen, zog auch die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurück. Ein als Zeuge geladener Mittäter Matischents konnte unverrichteter Dinge nach Hause gehen.

Das Amtsgericht Güstrow hatte den gelernten Berufskraftfahrer verurteilt, weil er im Juni 2013 und im Mai 2014 mit zwei Komplizen in den Güstrower Wertstoffhof eingedrungen war. Zu dritt sollen sie beim ersten Mal das Vorhängeschloss aufgebrochen, das Tor geöffnet und eine unbekannte Menge Elektroschrott geklaut haben. Beim zweiten Mal fuhren sie am helllichten Tag mit einem gemieteten Lkw im Hof vor, luden 20 kaputte Waschmaschinen auf und machten sich davon. Die Aufnahmen aus einer Überwachungskamera brachten die Ermittler schnell auf die Spur der Täter. Matischents Verteidiger erklärte damals, sein Mandant habe eigentlich beide Male nach einer „Couch“ auf dem Recyclinghof Ausschau gehalten und den Metallschrott nur mangels Erfolg bei der Möbelsuche mitgehen lassen. Wo die defekten Waschmaschinen geblieben sind, ist nicht geklärt.

Zusätzlich zur einjährigen Gefängnisstrafe muss Matischent eine Geldstrafe von 1750 Euro wegen Hehlerei zahlen. Außerdem muss er 1500 Euro an den Kreisverband des Roten Kreuzes zahlen, weil er die Leiterin eines Güstrower Flüchtlingsheims bedroht hat.

Der Diebstahl der Waschmaschinen war nicht das letzte Mal, dass Matischent bei Polizei und Justiz auffiel. Im Frühjahr diesen Jahres fand bei ihm nach Informationen unserer Zeitung eine Hausdurchsuchung statt, bei der verbotene Waffen wie Teleskopschläger und umgebaute Elektroschocker sichergestellt wurden. Die Polizei ermittelte wegen illegalen Waffenbesitzes. Bereits Wochen zuvor soll Matischent bei der Zollfahndung wegen des Verdachts, mit unversteuerten Zigaretten zu handeln, ins Visier geraten sein. Nach Ausschreitungen am Rande einer Flüchtlingskundgebung auf dem Güstrower Markt am 30. Mai ermittelte die Polizei wegen Landfriedensbruch. Auch NPD-Mann Matischent war damals zugegen.

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