Bevölkerung in MV : Mehr Singles im Land – Mieten steigen

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Noch nie gab es so viele Einpersonenhaushalte im Land. Hauptursache ist die veränderte Altersstruktur.

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02. Juli 2015, 12:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern leben immer mehr Menschen allein. Bereits 40,5 Prozent aller 828 900 Wohnungen im Land werden nur noch von einer Person bewohnt. „Singlewohnungen stellen damit die häufigste Haushaltsgröße im Land dar“, heißt es in der Veröffentlichung des Statistischen Amtes in Schwerin.

In weiteren 38,2 Prozent aller Privathaushalte wohnen und wirtschafteten zwei Personen gemeinsam. Nur noch in 12,7 Prozent aller Wohnungen leben drei Personen. Haushalte mit vier und mehr Personen erreichen lediglich die Marke von 8,7 Prozent.

Die zunehmende Einsamkeit zeigt sich auch in der Bevökerungsstruktur des Landes. Von den 1 598 800 Einwohner n waren im vergangenen Jahr bereits 334 900 Singles. 1991 gab es dagegen 179 000 alleinlebende Mecklenburger und Vorpommern bei einer Gesamtzahl von 1 924 000 Einwohnern. Hauptursache ist die veränderte Altersstruktur: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt kontinuierlich und beträgt aktuell 47,9 Jahre bei Frauen und 44,7 Jahre bei Männern. Auch die Lebenserwartung ist seit 1990 um sechs Jahre gestiegen. Ältere Menschen bleiben häufig allein, wenn der Partner im Alter stirbt.

Die Auswirkungen sind vor allem auf dem Wohnungsmarkt spürbar. So verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern einen deutlichen Anstieg der Mietpreise für kleine Wohnungen. Betroffen sind davon nicht nur die Studentenhochburgen Rostock, Greifswald, Wismar oder Neubrandenburg. Wer beispielsweise in Schwerin eine gutausgestattete und vollständig modernisierte Unterkunft mit weniger als 40 Quadratmetern sucht, muss aktuell mit Preisen bis zu 7,90 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete rechnen, wie aus dem aktuellen Mietspiegel der Stadt hervorgeht. 2011 waren für die gleiche Größe noch 6,70 Euro fällig – ein Anstieg um satte 18 Prozent. In der Hansestadt Rostock kosten kleine Wohnungen in Innenstadtlage aktuell sogar bis zu 9,50 Euro pro Quadratmeter. Vor zwei Jahren lag der Spitzenwert noch laut Mietspiegel von 2013 bei acht Euro. In der Universitätsstadt Greifswald kletterten die Mieten für Wohnungen unter 30 Quadratmetern auf 9,24 Euro – größere Wohnungen sind dagegen schon für 5,99 Euro zu haben. Insgesamt drehte sich die Mietpreis- Spirale bei kleinen Wohnungen in Mecklenburg-Vorpommern seit 2011 um acht Prozent.

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