Auszeichnung : Mecklenburger für Umweltschutz geehrt

Michael Succow (74) gilt als Vater der ostdeutschen Nationalparks.
Michael Succow (74) gilt als Vater der ostdeutschen Nationalparks.

Deutscher Umweltpreis geht an Kieler Klimaforscher Latif und Greifswalder Biologen Succow.

svz.de von
08. November 2015, 21:00 Uhr

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Sonntag in Essen den 23. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben. Die mit 500000 Euro höchstdotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas ging an den Klima- und Meeresforscher Mojib Latif aus Kiel und an den Nachhaltigkeitswissenschaftler Johan Rockström aus Stockholm, wie die Stiftung am Sonntag mitteilte. Mit Blick auf die anstehenden Klimaverhandlungen in Paris habe die DBU damit ein Zeichen für den Schutz der Erde gesetzt. Den Ehrenpreis erhielt der Greifswalder Biologe Michael Succow.

Succow wurde für sein lebenslanges Engagement für große Wildnisgebiete in Deutschland geehrt. Innerhalb kürzester Zeit sei es Succow zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung gelungen, mit dem Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands auf einen Schlag fast 18 Prozent der Landesfläche der ehemaligen DDR für die Natur zu sichern. Bis heute habe dieses „Herzstück ostdeutschen Naturschutzes“ aufgrund seiner wegweisenden Konzeption Beispielwirkung auch für den Umweltschutz und die naturverträgliche Landnutzung in Westdeutschland und ganz Europa.

Mojib Latif ist Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Er sei einer der herausragenden Klimaforscher Deutschlands, hieß es. Er weise unter anderem darauf hin, dass die Erde ohne intakte Ozeane für Menschen unbewohnbar zu werden drohe. In zahlreichen Büchern und Beiträgen richte Latif sich an Experten und ein breites Zielpublikum, auch an Kinder und Jugendliche. Er zeige damit seinen hohen wissenschaftlichen Anspruch und Ehrgeiz, Bücher so zu schreiben, dass sich ihre Inhalte einer breiten Öffentlichkeit leicht erschließen.

Rockström, seit 2007 Direktor des „Stockholm Resilience Centre“, habe die biophysischen Grenzen für den Planeten festgesetzt, innerhalb derer eine verträgliche sozio-ökologische Entwicklung möglich bleibe, so die Stiftung. Gemeinsam mit anderen habe er weltweit verfügbare Daten zum Zustand der Erde zusammengeführt, gewichtet und auf Basis konkreter Messgrößen Belastungsgrenzen für die Erde definiert, die den Planeten von seinem stabilen Zustand abbringen könnten.

Auch Rockström unterstrich im Film die Bedeutung des Wassers als entscheidend für das Leben. Der Umgang mit Wasser bestimme im hohen Maße, ob es Hunger gebe, Armut oder sogar Kriege. Mit Blick auf die globalen Kohlendioxid-Emissionen unterstrich der Preisträger, dass nur noch fünf bis zehn Jahre blieben, sie radikal zu reduzieren. Politiker entschieden hier zu langsam, kritisierte er.

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