Stavenhagen : Maut für Diebestour mit Laster

Der Bund kassiert Maut, egal wer am Steuer sitzt: Fahrzeugeigner oder Dieb
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Der Bund kassiert Maut, egal wer am Steuer sitzt: Fahrzeugeigner oder Dieb

Lkw weg, Ladung weg und Toll Collect verlangt Gebühren – Ein Spediteur aus Stavenhagen ist sauer.

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02. Juli 2015, 06:00 Uhr

Der Bund macht mit Mauteinnahmen von Fahrten mit gestohlenen Sattelschleppern Kasse: Einem Spediteur aus Stavenhagen, dem vor zwei Wochen von einem abgeriegelten Werkgelände ein Sattelzug samt Ladung gestohlen worden war, hat nur Tage später für die Tour der Diebe vom Mautsystembetreiber Toll Collect die Rechnung präsentiert bekommen, teilte das Unternehmen jetzt mit – 14,47 Euro für die knapp 100 Kilometer lange Fahrt des gestohlenen Lasters auf den Autobahnen 20 und 11 bis zur Landesgrenze nach Polen und 239 Euro für eine falsche Auskunft über die Mautdaten des Lasters.

Dem Spediteur war ein mit einer Wegfahrsperre gesicherter Sattelzug voll bepackt mit Kaffee-Packungen gestohlen worden – einer von vier Fällen landesweit binnen weniger Tage. Der Unternehmer hatte auf der Suche nach dem Lkw nach dem Diebstahl zunächst bei dem vom Bund mit der Mauterhebung beauftragten Systembetreiber Toll Collect die Logdaten für den Sattelschlepper verlangt. Keine Positionsdaten für den betreffenden Zeitraum nach dem Diebstahl habe Toll Collect mitgeteilt, um zwei Tage später doch eine Abrechnung mit Logdaten für die Diebestour zu präsentieren – 2.34 Uhr Autobahnauffahrt Neubrandenburg-Ost, ausgelogt 95,2 Kilometer weiter am Grenzübergang Pomellen, erklärte der Spediteur, der anonym bleiben will: „Jetzt soll ich für einen Dieb zahlen.“

Toll Collect pocht indes auf die Gebühren: Maut werde für die Benutzung der Autobahn erhoben und dem Besitzer des Fahrzeugs in Rechnung gestellt, unabhängig davon, wer am Steuer sitze, erklärte Toll-Collect-Sprecherin Claudia Steen gestern – auch im Fall eines Diebstahls. Das seien die Vorgaben des Bundes.

Alle Hintergründe lesen Sie in der SVZ vom 2. Juli und im ePaper.

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