Nach Hubschrauberabsturz : Luftretter trauern um Freunde

svz.de von
02. März 2014, 15:05 Uhr

Der Hangar ist leer, das Tor zur Flughalle ist verschlossen. Auf dem Flugplatz Güttin auf der Ostseeinsel Rügen ist es an diesem Wochenende ungewöhnlich still. Am Freitagabend brach von hier eine vierköpfige Crew der DRF-Luftrettung mit dem Rettungshubschrauber „Christoph-Offshore 2“ zu einem Trainingsflug über der Ostsee auf. Sie sollten von dem Flug nicht mehr zurückkehren.

Der Stationsleiter der DRF-Luftrettungsstation, Reiner Fischer (54), läuft mit gesenktem Kopf über das Flugfeld in Güttin. Sein Gesicht ist grau, die Augen wirken müde. Noch in der Unglücksnacht reiste er aus seiner Heimatstadt Dresden an die Küste. „Es war einer der wöchentlichen Trainingsflüge, um die Fähigkeiten der Besatzung zu trainieren“, sagt Fischer.

Nach dem zweiten Testlauf sackte der Hubschrauber ab und stürzte ins Wasser, berichtet Fischer. „Wir können uns das nicht erklären.“ Der Absturz kam für die Crew offenbar völlig überraschend. „Die Sichtweiten waren im Limit“, sagt Fischer. Beide Piloten galten mit 9500 und 7000 Flugstunden als sehr erfahren – auch im Offshore-Einsatz vor der Küste. „Es waren nicht nur Kollegen für uns, sondern Freunde“, sagt Petra Hentschel. Für die DRF-Luftrettung und ihren Tochterorganisationen war es der 5. Absturz in 41 Jahren.

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