Studie : Lebenserwartung in Ost und West stark angenähert

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Schlechte gesundheitliche Versorgung und Umweltbelastungen zu DDR-Zeiten führten dazu, dass Ostdeutsche eine geringere Lebenserwartung als Westdeutsche hatten. Das hat sich geändert

svz.de von
22. September 2015, 21:00 Uhr

25 Jahre nach der Wiedervereinigung hat sich die Lebenserwartung der Ostdeutschen gegenüber den Westdeutschen einer Untersuchung zufolge stark angenähert. Dies gilt vor allem für Frauen: 1996 lebten sie im Westen im Schnitt mit 80,2 Jahren über ein Jahr länger als Frauen im Osten mit 79,0 Jahren, wie das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock gestern mitteilte. Dieser Vorsprung sei inzwischen stark geschmolzen: 2010 lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen im Westen bei 82,8, im Osten bei 82,6 Jahren.

Die Männer im Osten hinken der Entwicklung noch hinterher: Ihre Lebenserwartung lag 2010 bei 76,6 Jahren, im Westen bei 78,0 Jahren.

Im Vergleich zu 1996 gab es aber eine deutliche Verbesserung mit einst 71,8 Jahren im Osten und 74,1 Jahren im Westen.

Zu der großen Ost-West-Kluft war es zu DDR-Zeiten nach Einschätzung der Forscher gekommen, da deren Gesundheitssystem etwa bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab Mitte der 1970er-Jahre hinter dem der Bundesrepublik zurückblieb. Andere Bereiche wie etwa das Impfwesen galten dagegen als ebenbürtig oder besser.

Nach der Wende seien die Unterschiede in der medizinischen Versorgung und bei den Renten weitgehend verschwunden. Zudem hätten früher Umweltbelastungen und unhygienische Bedingungen in Großstädten und Industrieregionen die Lebenserwartung stark reduziert. Beides spiele wegen des technischen Fortschritts heute kaum mehr eine Rolle, sagte Demograf Sebastian Klüsener.

Bei der Lebenserwartung galt früher eine Ost-West-Kluft, inzwischen habe sich ein Süd-Nord-Gefälle herausgebildet. Am längsten sei das Leben im Süden: Spitzenreiter bei der durchschnittlichen Lebenserwartung von Frauen war 2010 Baden-Württemberg mit 83,6 Jahren.

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