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Ermittlungen nach Todesfällen : Keime töten in Bremer Klinik drei Frühchen

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In einer Bremer Klinik sind seit August drei Frühchen wegen Keimen gestorben. Die Ursache sei extrem schwierig zu finden. Polizei und Staatsanwaltschaft begannen Ermittlungen. Die Frühchenstation wurde geschlossen.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2011 | 10:44 Uhr

Bremen | In einer Bremer Klinik sind seit August drei Frühchen wegen Keimen gestorben. "Wir kennen leider nicht die Quelle der Infektion", sagte der Gesundheitsstaatsrat Joachim Schuster gestern. Seit Ende Juni wurde der Keim bei 15 Kindern nachgewiesen. Davon seien sieben schwer erkrankt, erklärte der Geschäftsführer des Klinikverbunds, Diethelm Hansen. "Wir stehen an einem Punkt, an dem wir noch nicht endgültig wissen, ob wir das Problem im Griff haben." Die Kinder starben am 8. August sowie am 16. und 27. Oktober.

"Wir haben natürlich auf der Station Maßnahmen eingeleitet, die eine weitere Verbreitung des Keims verhindern", sagte Hansen. Danach sei die Zahl der Infektionen auch zurückgegangen, bis im Oktober erneut ein Baby da ran starb. "Die Ursache ist extrem schwierig zu finden", sagte Schuster. Die Quelle könnten Menschen aber auch Gegenstände sein. ESBL-Keime kämen im Darm vor und würden in einer mutierten Form gefährlich.

Polizei und Staatsanwaltschaft bestellten gestern vor einer Pressekonferenz Zeugen ein und begannen Ermittlungen. Nähere Angaben wollten die Ermittler zunächst nicht machen. Ein Krisenteam des Robert Koch-Instituts sei dabei, die Situation zu untersuchen, teilte ein Sprecher des Klinikbetreibers Gesundheit Nord mit. Die Frühchenstation wurde geschlossen.

"Wir erwarten restlose Aufklärung, wie es zu den Todesfällen kommen konnte. Wir wollen insbesondere auch wissen, ob sich tatsächlich schon im August ein Todesfall ereignet hat und wer diese Information zurückgehalten hat. Sollte sich das bewahrheiten, muss das Konsequenzen haben", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bremer Grünen, Kirsten Kappert-Gonther. Die oppositionelle CDU forderte sofort eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle. Sie sieht möglicherweise eine grobe Verletzung der Informationspflicht durch die Gesundheitssenatorin.

Immer wieder sorgen Todesfälle von Frühchen in Kliniken bundesweit für Aufsehen. Anfang Oktober war ein frühgeborener Junge in der Passauer Kinderklinik an einem multiresistenten Keim gestorben. Drei andere Säuglinge, die sich ebenfalls infiziert hatten, wurden wieder gesund. Im August 2010 hatte bereits der Tod von drei Babys in der Mainzer Uniklinik für Aufregung gesorgt. Zwei von ihnen kamen wegen einer verseuchten Nährlösung um. Das dritte Kind erlag seinen Vorerkrankungen. Die Klinik traf den Ermittlungen zufolge keine Schuld.

Die Zahl von Frühgeburten in Deutschland steigt. Inzwischen ist fast jedes zehnte neugeborene Kind ein Frühchen. Als Frühgeburt gelten Kinder, die vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche lebend auf die Welt kommen.

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