Klimawandel : Kampf gegen die Hitze in der Stadt

 Zeichnung: christine preuss
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Zeichnung: christine preuss

Der Klimawandel führt zu überwärmten Städten: Ein Simulationsprogramm des Deutschen Wetterdienstes soll helfen. Schwerin und Rostock setzen auf eigene Anpassungsstrategien.

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03. Juli 2015, 06:00 Uhr

Gebäude glühen, Straßen flimmern, nur wenige Bäume spenden Schutz vor der gleißenden Sonne, Kreislaufkollaps droht: Im Sommer verwandeln sich Städte in gefährliche Brutkästen. Und wegen des Klimawandels könnte sich die Situation noch zuspitzen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Computersimulation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll Kommunen nun Möglichkeiten aufzeigen, einer weiteren Aufheizung entgegenzuwirken.

„Städte als Lebensraum sind besonders verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels“, betont DWD-Vizepräsident Paul Becker. Der Grund liegt in ihrem Aufbau: Häuser stehen dicht an dicht und ein Großteil des Bodens ist durch Beton oder Asphalt versiegelt. Das führt in sonnenreichen Monaten zum Hitzestau. Die Temperaturen in der Stadt könnten Becker zufolge bis zu 10 Grad höher liegen als im Umland, wo es mehr Wasser- und Grünflächen gibt. Experten sprechen auch vom städtischen Wärmeinseleffekt. Die Folge: Die Bevölkerung leidet unter der Wärmebelastung.

Die zu erwartende Zunahme von Wärmeperioden infolge der Klimaveränderung verschärfe das Problem. Ebenso der demografische Wandel. Denn insbesondere ältere Menschen sind anfällig für Hitzestress. Schätzungen zufolge seien allein der Hitzewelle im August 2003 in Deutschland etwa 3500 Menschen zum Opfer gefallen.

Die Stellschrauben, mit denen Kommunen die Folgen der Klimaerwärmung mindern können, seien laut dem DWD-Vizepräsidenten seit langem bekannt. Jedoch könnten sich mittelgroße und kleine Städte die notwendigen Klimauntersuchungen oft nicht leisten – weder finanziell, noch personell. Hier will der DWD ansetzen: Mit seinem kostenlosen „Informationsportal Klimaanpassung in Städten“, kurz „Inkas“, können Kommunen berechnen, wie sich Park- und Wasserflächen, begrünte Dächer und Fassaden sowie die Verwendung klimagerechter Baumaterialien positiv auf das Stadtklima auswirken und somit für eine Entlastung der Bevölkerung sorgen können. Becker: „Überspitzt gesagt, geht es darum, Leben zu retten.“

In der Theorie eine gute Idee. In der Praxis jedoch sehen Städte wie Schwerin und Rostock das Klimasimulationsprogramm kritisch.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der SVZ vom 3. Juli und hier im ePaper.

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