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Umfrage: Mehr Schlager im Radio? : Jung-Politiker kommt mit Helene-Quote groß raus

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein CDU-Jungpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern will mehr Schlager in deutschen Radios hören und bringt eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ ins Spiel. Die Sender sind davon alles andere als begeistert

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erstellt am 18.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Dieser Schlager hat alles zum Gassenhauer. Als Franz-Robert Liskow aus dem kleinen Greifswald am Sonntag „mehr deutsche Musik, besonders deutsche Schlager“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk forderte, konnte der Vorsitzende der Jungen Union im kleinen Land MV am Rande der Republik nicht ahnen, dass er zwei Tage später in den Charts der großen Nachrichtensendungen im großen Berlin ankommen würde. Einigen Zeitungen an der Ostsee waren Helene Fischer, Andrea Berg und die Flippers zwar schon am Montagmorgen wichtiger als die Wahlen in Hamburg oder der Terror in Kopenhagen. Aber ein richtiger Star wurde Liskow, der nicht nur in der Jungen Union, sondern beruflich auch in der Wind-Branche wind macht, erst am gestrigen Dienstag.

Da verwandelte die „Bild“ die Schnulze „Mehr deutsche Schlager“ in die Zugnummer: „Helene-Quote“. Und Sat 1, RTL, n-TV und viele Nachrichtenkanäle waren dabei – sogar der News-Channel, Verzeihung: Nachrichtenkanal, von t-online meldete: „Schlagerpflicht für Radio-Sender“. Am Abend schalteten sich die ganz Großen der ganz Großen ein: Die ARD betonte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, es herrsche „kein Handlungsbedarf“. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien zeigte sich irritiert: „Die privaten Radios spielen die Musik, die ihre Hörer hören wollen.“

Dabei hatte der 27-Jährige Schlagerfreund Liskow mit der „freiwilligen Selbstverpflichtung“ von so um die 35-Prozent deutschen Liedguts nur das gefordert, was eine Bürgerinitiative im Norden seit Jahren will und vor wenigen Tagen per Petition an den NDR erneut herausposaunte: „Der wachsende Anteil älterer Hörer spiegelt sich bei der Musik nicht wieder“, so Günter Plagens, Ex-Bürgermeister von Neukalen und Mitglied der Initiative „Für ein besseres NDR 1 Radio MV“ – inzwischen ein Ohrwurm für Funkhauschefin Elke Haferburg und NDR-Chefredakteur Joachim Böskens.

Bald soll es eine Demonstration für die deutschen Schmachtfetzen vor dem NDR-Funkhaus geben. Franz-Robert Liskow und die JU wollen dann in Schwerin dabei sein. Und 2016 zur Landtagswahl möchte Liskow im Schweriner Landtag gerne den CDU-Abgeordneten Jürgen Seidel im Wahlkreis Demmin beerben - und da ist Neukalen gleich um die Ecke.

Sollte es eine Schlager-Quote im Radio geben?

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