Umfrage : Jeder Zweite hat genug von DDR-Geschichte

Bücher, Filme, Museen und Zeitzeugengespräche rücken den
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Bücher, Filme, Museen und Zeitzeugengespräche rücken den

Die Erinnerungsmaschinerie läuft auf Hochtouren: Bücher, Filme und Zeitzeugengespräche rücken den historischen Herbst 1989 in den Fokus

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05. Dezember 2014, 11:50 Uhr

25 Jahre nach dem Mauerfall will jeder zweite Deutsche (54 Prozent) nach einer repräsentativen Umfrage keine weiteren Informationen zur DDR-Geschichte. Wie die Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ergab, lehnen 54 Prozent der Westdeutschen und 51 Prozent der Ostdeutschen ab, mehr über die DDR-Vergangenheit zu erfahren. Im Osten sagen zudem 13 Prozent, sie wüssten schon viel, im Westen sind es 7 Prozent.

Bei den 38 Prozent, die mehr erfahren wollen, ist der Anteil junger Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren am höchsten. Befragt wurden zwischen dem 30. September und 1. Oktober 1015 Menschen. 81 Prozent der Befragten plädieren laut der Umfrage dafür, die Geschichte der deutschen Teilung auch künftig gründlich aufzuarbeiten - in der Schule, politischen Bildung und Forschung. 60 Prozent geben aber an, man sollte stärker nach vorne sehen, weil die DDR Geschichte und heute eine andere Zeit sei.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wolle auch weiterhin gerade junge Menschen erreichen, die wenig über Teilung und kommunistische Diktatur wüssten, sagte die Geschäftsführerin Anna Kaminsky. Im Schulunterricht müsste das Thema auch künftig behandelt werden. Die Aufarbeitung der Vergangenheit sei weiter eine gesamtdeutsche Aufgabe, so Kaminsky.

Laut der Umfrage meinen insgesamt 45 Prozent, die Aufarbeitung habe zu wenig mit der damaligen Welt der Menschen in der DDR zu tun. Diese Ansicht wird von 59 Prozent der ostdeutschen Befragten vertreten. Eine große Mehrheit (83 Prozent) der Befragten sagt, die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit sei keine ostdeutsche Angelegenheit.

Die Ursachen für den Zusammenbruch der DDR werden in Ost und West ähnlich gesehen. 33 Prozent meinen, die Reformpolitik von Michail Gorbatschow sei der wichtigste Grund gewesen. 22 Prozent finden, der Zustand der DDR-Volkswirtschaft sei es gewesen. Nur 10 Prozent der Befragten geben an, die DDR-Opposition sei bedeutsam für den DDR-Untergang gewesen.

Der 9. November 1989 als Datum der Maueröffnung ist laut Umfrage bei 69 Prozent der Deutschen präsent (in Ostdeutschland 81 Prozent). 41 Prozent der Ostdeutschen sagen, für die damaligen politischen Veränderungen sei der Begriff der friedlichen Revolution am treffendsten, 37 Prozent sind für den Begriff Wende. 43 Prozent der Befragten aus dem Westen favorisieren ebenfalls den Wende-Begriff.

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