Hilfe für verirrte Knirpse

<fettakgl>Das DLRG-Kindersucharmband</fettakgl> von Josephine Elbert <foto>dpa</foto>
Das DLRG-Kindersucharmband von Josephine Elbert dpa

svz.de von
27. Juli 2010, 06:52 Uhr

Schwerin | Für Rettungsschwimmer Detlev Mohr aus Prerow gehören weinende Kinder, die am Strand herumirren und nach ihren Eltern suchen, zur täglichen Arbeit. "Jedes Jahr haben wir es allein an unserem Wachabschnitt mit rund 40 Fällen von Familienzusammenführung zu tun", erzählt der Wachleiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Mitunter dauere es Stunden, bis die Eltern überhaupt merkten, dass sich ihr Kind nicht mehr in ihrer Nähe aufhalte. Seit diesem Sommer sollen Sucharmbänder dafür sorgen, dass verloren gegangene Kinder schneller zu ihren Familien zurückgebracht werden können.

Prinzip erfolgreich in Binz getestet

Das Prinzip ist einfach. "An den Wachtürmen bekommen die Kinder ein Silikonarmbändchen mit einer Regis triernummer", erklärt May Bartsch, DLRG-Einsatzleiterin für Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Nummer würden Angaben über die Eltern zugeordnet, die es ermöglichen sollen, schnell Kontakt aufzunehmen. "Das kann die Handynummer sein, aber auch die Nummer des Strandkorbs", sagt Bartsch. Die Kinder- beziehungsweise Elternsuche habe im vergangenen Jahr etwa elf Prozent aller Einsätze der rund 1300 DLRG-Retter im Nordosten ausgemacht.

Auf dem Darß arbeiten die Rettungsschwimmer schon seit drei Jahren mit dem Bändchen. "Bei uns wurde deren Einsatz erprobt, bevor sie in diesem Jahr flächendeckend an allen von der DLRG betreuten Stränden an Ost- und Nordsee eingeführt wurden", sagt Mohr. Die Idee stammt von Rettungsschwimmern aus Binz. Sie hatten 2002 in Eigeninitiative Sucharmbänder an Kinder ausgeteilt. Die Erfahrungen sind positiv. "Wenn aufmerksame Badegäste uns jetzt Kinder an den Turm bringen, die allein am Strand unterwegs waren, haben wir deren Eltern binnen kürzester Zeit gefunden", so der Helfer.

Wenn Eltern suchen, helfen nur Lautsprecher

Allerdings funktioniere das Bändchen nicht im umgekehrten Fall, wenn Eltern nach ihren Kindern suchten. Bislang konnten die Helfer Eltern nur über Lautsprecherdurchsagen auffordern, ihre Kinder am Wachturm abzuholen. Auch die Retter von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzen zur Elternsuche auf diese Variante, wie Landesreferent Thomas Powasserat sagt. Armbänder, wie die DLRG sie jetzt einsetze, habe man nicht. Allerdings seien die Strandabschnitte mit Symbolen, wie etwa Tieren oder Bällen gekennzeichnet. "Das kann Kindern die Orientierung erleichtern", so Powasserat.

Mohr sieht die für Lebensretter eher untypischen Einsätze mit Humor. "Der Alltag eines Rettungsschwimmers ist vielfältig. Warum nicht auch Kinderbetreuung", sagt er lachend.

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