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Unbekannte knacken Daten auf Tauschbörsen für Sammelbilder : Hacker-Alarm bei Rewe

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Zehntausende Sammler von Tier- und Fußballbildern des Handelskonzerns Rewe sind von einem Datenklau betroffen. Computerhacker haben nach Unternehmensangaben zwei Kundendatenbanken geknackt.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2011 | 07:31 Uhr

Köln | Zehntausende Sammler von Tier- und Fußballbildern des Handelskonzerns Rewe sind von einem Datenklau betroffen. Computerhacker haben nach Unternehmensangaben zwei Kundendatenbanken geknackt, so dass sie Namen, Passwörter und E-Mail-Adressen der Sammler einsehen konnten. Ob die Daten kopiert wurden, sei nicht feststellbar, sagte ein Rewe-Sprecher gestern. Die Datenbanken beinhalteten keine sensiblen Angaben wie Bankverbindungen oder Kreditkartennummern.

Rewe hatte den Hackerangriff am Sonntagabend bekanntgegeben. Er war am Freitagabend entdeckt worden, die Sicherheitslücke sei umgehend geschlossen worden. Rewe habe alle betroffenen Kunden per E-Mail über den Vorfall informiert und sie aufgefordert, ihr Passwort zu ändern, sagte der Sprecher. Die genaue Zahl der Sammler, die in den Tauschbörsen aktiv sind, konnte er nicht nennen. Es seien aber "unter 50 000". Das Unternehmen habe bei der Polizei Anzeige erstattet.

Fremde Mailadressen würden von Datendieben meist für den Versand personalisierter Spam-Mails genutzt, sagte Ronald Eickenberg, Redakteur der Fachzeitschrift "ct". In Kombination mit dem Namen könnte für die Betroffenen das entwendete Passwort das größte Problem sein. Da viele Internet-Nutzer für mehrere Dienste im Netz dasselbe Passwort verwenden, könnten die Hacker sich dann unter der geklauten Identität Zugang zu weiteren Daten verschaffen oder unter fremdem Namen einkaufen.

Vor allem die Tierbilder, die Rewe in Kooperation mit dem Umweltverband WWF herausbrachte, hatten bei Kindern reißenden Absatz gefunden. Die Aktion endete zwar im Juni, aber die Tauschbörse im Internet läuft weiter. "In den meisten Fällen sind dort Eltern aktiv, damit die Kinder ihre Sammelalben vollbekommen", sagte der Rewe-Sprecher. Nach dem Hackerangriff sei der Schutz der Seite, die von einem externen Dienstleister betrieben werde, optimiert worden.

Kunden sollten für Tauschplattformen und ähnliche Angebote im Netz eine kostenlose E-Mail-Adresse einrichten, die sie nicht für sonstige Korrespondenz nutzen. "Wenn man dann mit Spams bombardiert wird, kann man diese E-Mail-Adresse schnell wieder deaktivieren", sagt Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesbeauftragten für Datenschutz, Bettina Gayk.


HINTERGRUND Sammelfieber im Supermarkt

Fußball-Frauen und wilde Tiere zum Sammeln: Die Sticker-Aktionen des Supermarktriesen Rewe haben in Deutschland einen zehn Wochen währenden Hype ausgelöst. Für je zehn Euro Einkaufswert bekamen Kunden an der Kasse eine Packung mit Stickern geschenkt. In den ersten knapp sieben Wochen wanderten rund 700 Millionen Aufkleber mit Löwe, Braunbär oder Erdmännchen über die Ladentheke. Im Internet gibt es eigens dafür eine Tauschbörse, auf deren Daten jetzt unbekannte Computerhacker zugriffen. Zur Frauen-WM verteilte der Konzern in vier Wochen rund 80 Millionen Stickerpackungen mit Panini-Bildern der WM-Spielerinnen.

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