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Globales Zappeln

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erstellt am 28.Feb.2013 | 12:52 Uhr

Düsseldorf | Ein öder Tag bei der Feuerwehr in Ahrensburg, wäre da nicht dieser seltsame Feuerwehrmann mit Schweinemaske, der gelangweilt durch die Halle tanzt. Doch nach 15 Sekunden ertönt eine tiefe Stimme ("Do the Harlem Shake"), ein Bass setzt ein und in Ahrensburg in Schleswig-Holstein bricht das Chaos aus. "Harlem Shake" heißen die 30-Sekunden-Videos, die derzeit aus aller Welt die Videoplattformen wie Youtube im Internet fluten. Vermeintlich sterbenslangweilige Situationen im Uni-Hörsaal, an der Haltestelle, im Call-Center, Büro oder in der Studenten-WG verwandeln sich im Sekundenbruchteil in wüste Tanz-Orgien. Belegschaften und Armee-Einheiten wetteifern um das verrückteste Video.

Media Control berichtet von atemberaubenden Sprüngen um 87 Plätze, mit denen der "Harlem Shake" die Charts stürmt und den "Gangnam Style" bei den aktuellen Klick-Zahlen bereits überholt hat, auch wenn der koreanische Tanz mit über einer Milliarde Klicks insgesamt noch Rekordinhaber ist. Dennoch: "Gangnam-Style" war gestern.

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Am Wochenende rockten über 4000 Menschen im niederländischen Roermond an der Grenze zu Deutschland den "Harlem Shake". Ein Flashmob tanzte ihn auf dem Times Square in New York. Dort hat der Netz-Hype DJ Baauer Ruhm und Geld gebracht und seinen Song zum Download-Hit katapultiert. Der "Harlem Shake" knüpft an 80er-Jahre HipHop an - doch eigentlich geht es um wildes Schlackern mit dem ganzen Oberkörper, möglichst verrückte, oft auch sexuell eindeutige Bewegungen, halbnackt oder in ausgefallenen Kostümen vorgetragen, die da über die Bildschirme zittern. Mit dem Original-HipHop-Tanz aus Harlem hat das nicht mehr viel zu tun.

Die diversen Videos wurden laut "FAZ.net" schon mehr als 175 Millionen Mal angeklickt. "Der ,Harlem Shake’ ist reine Komik und einer der größten Internet-Trends zurzeit", sagt ein Sprecher der Times-Square-Aktion. Inzwischen springen bereits die ersten Unternehmen mit ihrem viralen Marketing als Trittbrettfahrer auf den Trend auf - die Kommerzialisierung könnte den Spaß jedoch schnell trüben.

Vorerst stecken aber vor allem klar erkennbare, meist gute Absichten hinter den Aktionen: Die Freiwillige Feuerwehr im schleswig-holsteinischen Ahrensburg zum Beispiel will mit ihrem verrückten Treiben ehrenamtliche Helfer anlocken. An Aufmerksamkeit mangelt es nun nicht: In einer Woche wurde ihr Video mehr als eine halbe Million Mal angeschaut. "Den Erfolg haben wir nicht erwartet", sagt Ortswehrführer Florian Ehrich. "Es war sehr einfach. Die Produktion hat nur eine halbe Stunde gedauert. Und es hat großen Spaß gemacht."

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