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A 14 : Gefahr am Rastplatz: Fahrer überfallen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lastzüge, Ladungen, Reserveräder gestohlen. Hohe Schäden für Spediteure.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 15:10 Uhr

Angst auf dem Rastplatz: Ein 45-jähriger Brummi-Fahrer aus Litauen wurde in der Nacht zu Mittwoch auf dem Autobahnrastplatz Plater Berg an der Autobahn 14 von Räubern zusammengeschlagen. Der Fahrer hatte ihn angesteuert, um in der Lkw-Kabine zu schlafen. Die Täter zerschnitten an mehreren Aufliegern die Planen und stahlen u. a.. hochwertige Kaffeeprodukte. Der Schaden: mehrere tausend Euro. Als der Fahrer die Räuber stellen wollte, griffen sie den 45-Jährigen sofort an und schlugen ihn zusammen. Das Opfer erlitt Prellungen und Schürfwunden. Andere Fahrer konnten dem Kollegen nicht helfen. Bei den Tätern soll es sich nach Polizeiangaben um vier Männer handeln, die mit zwei Audi älteren Baujahrs in Richtung A 24 flüchteten. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb jedoch erfolglos.

Die Polizei ermittelt wegen schweren Raubes und Diebstahls. Die Fälle mehren sich: Regelmäßig würden Lkw-Fahrer überfallen, wenn sie für die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten Parkplätze anfahren, berichtete Norbert Voigt, Chef des Landesverbands des Verkehrsgewerbes, gestern in Neubrandenburg: „Tendenz steigend.“ Dabei gingen ganze Lastzüge und Auflieger verloren. Voigt: „Die Fahrer fürchten um Leib und Seele.“ Im vergangenen Jahr seien 29 Ladungsdiebstähle registriert worden, einer an der A 20, teilte das Landeskriminalamt gestern mit. In diesem Jahr hätten seien in 16 Fällen Ladungen gestohlen worden, sechsmal an der A 20. Die Polizei geht indes von einer Dunkelziffer aus und fordert Spediteure auf, auch kleinere Diebstähle und geringere Schäden anzuzeigen. Die Gefahr steige, erklärte Volker Rumstich, Chef der gleichnamigen Spedition in Parchim. Gestohlen würden auch Reserveräder. In Brandenburg hatten Planenschlitzer erst vor einigen Wochen an der A 2 die Ladung aus zwei Lastwagen gestohlen – fünf Tonnen Kosmetikartikel, Bohrmaschinen, Akkuschrauber. Verbandschef Voigt vermutet organisierte Banden hinter den Überfällen. Die Täter gingen immer brutaler vor. So wurde in Niedersachsen berichtet, dass die Täter Gas in die Fahrerhäuser leiteten, um die Fahrer im Schlaf zu betäuben, sagte Rumstich.

Sicherheit auf den Rastplätzen – darauf hatte auch der in der Nacht zu Mittwoch überfallene Fahrer auf dem A-14-Rastplatz vertraut. Der Platz war zwar als videoüberwacht ausgewiesen. Aufzeichnungen gebe es aber keine, stellte die Polizei fest. Alles nur Bluff: Es seien keine Kameras installiert, erklärte Rudolf Bender, Autobahn-Dezernent beim Straßenbauamt Schwerin. Man habe die Schilder nur aufgehängt, um vor Vandalismus und Verschmutzungen abzuschrecken. Sicherheit für Lkw-Fahrer spiele dabei aber keine Rolle.




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