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Nach Spuckattacke auf Polizisten : Fußballfan muss 1600 Euro zahlen

vom

Wer Polizisten im Dienst anspuckt, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Das hat das Amtsgericht in Waren jetzt klargestellt.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Für eine Spuckattacke auf Polizisten muss ein Fußballfan aus Magdeburg 1600 Euro (40 Tagessätze zu je 40 Euro) Strafe zahlen. Dazu wurde der Anhänger des 1. FC Magdeburg am Donnerstag am Amtsgericht in Waren an der Müritz verurteilt. „Das war eine tätliche Beleidigung“, sagte Richter Roland Träger. Der Vorfall hatte sich im April beim Viertligaspiel TSG Neustrelitz gegen den 1. FC Magdeburg ereignet.

Der Verurteilte hatte den Vorwurf vor Gericht bestritten. Er habe an dem Tag starke Zahnschmerzen gehabt und mehrfach auf den Boden gespuckt. „Wenn ich dabei einen Polizisten getroffen habe, tut es mir leid“, sagte der Magdeburger. Dem schenkte das Gericht allerdings keinen Glauben. Eine 25-jährige Bereitschaftspolizistin und ihr 35 Jahre alter Kollegen erkannten den 45-Jährigen in der Verhandlung zweifelsfrei wieder. Er habe drei Kollegen bespuckt und beleidigt.„Wir standen zwischen den rivalisierenden Lagern und dieser Mann war sehr auffällig und beleidigend“, sagte der Polizist. Er habe erwogen, den Magdeburger aus seinem Fanblock holen zu lassen. Das sei aber von der Polizeiführung abgelehnt worden.

Vier Zeugen aus Magdeburg, die den Fan begleiteten, konnten vor Gericht nicht mit Sicherheit sagen, dass ihr Bekannter nicht gespuckt habe. Mit dem Urteil ging das Gericht über den ursprünglich erlassenen Strafbefehl, der auf 1200 Euro lautete, noch hinaus. Die Höhe des Urteils entspricht in etwa einem Monatseinkommen des Verurteilten. Richter Träger hatte dem Verurteilten mehrfach nahegelegt, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen, was die mildere Strafe bedeutet hätte. Das hatte der Magdeburger abgelehnt. Das Spiel hatten die Magdeburger 1:0 gewonnen.

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