„Stadtradeln“ : Für das Klima in die Pedale treten

Radeln: gesund und zugleich ökologisch
Radeln: gesund und zugleich ökologisch

Sechs Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern nehmen am „Stadtradeln“ teil – in Ludwigslust und Greifswald geht es jetzt los

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28. August 2015, 08:00 Uhr

Wenn alles klappt, dann sind ab Montag in und um Ludwigslust deutlich mehr Fahrradfahrer unterwegs als an „normalen“ Tagen. Nicht nur, weil die Ferien zu Ende sind und viele Mädchen und Jungen den Schulweg auf dem Rad zurücklegen. Am 31. August steigt Ludwigslust in den bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln“ ein, bei dem es darum geht, dass in einem Drei-Wochen-Zeitraum möglichst viele Bewohner möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurücklegen.

Andere Städte und ein Landkreis aus Mecklenburg-Vorpommern haben es bereits vorgemacht. In Rostock wurde am 3. Mai sogar der bundesweite Startschuss für die Aktion gegeben, an der in diesem Jahr mehr als 340 Kommunen teilnehmen. Initiator ist das Klimabündnis, ein kommunales Netzwerk für den Klimaschutz. Nach seinen Angaben sind die Hälfte aller Wege, die in Deutschland mit dem Auto zurückgelegt werden, kürzer als fünf Kilometer – und also auch gut mit dem Fahrrad zu bewältigen. Mit jedem Kilometer, der statt im Auto auf dem Rad gefahren wird, ließen sich immerhin 144 Gramm CO2-Ausstoß verhindern.

In Rostock, wo im Aktionszeitraum 3. bis 23. Mai stolze 302 290 km zusammenkamen, konnten die teilnehmenden Radfahrer so 43 530 kg CO2- Ausstoß verhindern. In Schwerin, wo in der gleichen Zeit 125 838 km geradelt wurden, waren es 18 121 kg CO2. Stralsunder legten umweltfreundlich 40 661 km zurück, was 5 855 kg CO2 entspricht, und im Landkreis Vorpommern-Rügen kamen im Mai 45 935 km bzw. 6615 kg CO2 zusammen. Für die Endwertung, in der es sowohl um die fahrradaktivste Kommune als auch die fahrradaktivste Kommunalvertretung Deutschlands geht, werden die gefahrenen Kilometer dann zur Gesamteinwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt.

So haben auch kleinere Kommunen wie Ludwigslust eine reelle Chance. Dort habe man sich bewusst dafür entschieden, erst jetzt ins „Stadtradeln“ einzusteigen, weil so die „Velo Classico“ mit in den Aktionszeitraum fallen, erklärt Henrik Wegner, einer der beiden Projektkoordinatoren in der Stadt. „Wenn möglichst viele unserer Teilnehmer dabei die 40-Kilometer-Strecke mitfahren würden, dann könnte das unser Gesamtergebnis ganz schön nach oben treiben“, hofft er.

Dass die Lindenstadt gleich bei ihrer Premiere zu Deutschlands fahrradaktivster Kommune werden könnte, glaubt er dennoch nicht, unter den Neulingen sehr gut abzuschneiden, sei aber ein realistisches Ziel. Seit Mitte des Monats gingen kontinuierlich Teilnahmemeldungen bei ihm ein, so Wegner. Jetzt habe er noch einmal die Unternehmen in der Stadt angeschrieben und für das Stadtradeln geworben. Das Reglement sehe vor, dass sich mindestens Zweierteams zusammenfinden, die zwar nicht gemeinsam unterwegs sein müssen, aber gemeinsam gewertet werden. Einzelbewerber bekommen dennoch ihre Chance. Wegner, der als Wirtschaftsförderer im Büro des Ludwigsluster Bürgermeisters arbeitet, fasst sie in einem offenen Team zusammen. Da alle Anmeldungen, auch die über die Internetseite www.stadtradeln.de eingehenden, über seinen Tisch gehen, kennt er auch besondere Teilnehmer: „Bekannte fahren zum Beispiel ab 1. September im Urlaub an der Mosel Rad – und sammeln dabei Kilometer für die Ludwigsluster Wertung“, erzählt er. Ausschlaggebend sei, dass sie in der Stadt lebten und dass sie sich für den Wettbewerb angemeldet hätten.

Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Gesamtergebnis wird sicher Wulf-Peter Bosecke leisten –neben Wegner der zweite Ludwigsluster Projektkoordinator: Der Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigslust-Grabow fährt ab Montag täglich mit dem Rad zur Arbeit – 38 Kilometer hin und abends ebenso 38 Kilometer zurück.

Ein Vorteil für ihn und alle anderen radelnden Ludwigsluster ist, dass sie sich über die Internet-Plattform der Aktion stets mit anderen Kommunen vergleichen können – in den meisten ist das „Stadtradeln“ nämlich für dieses Jahr schon Geschichte.

Die große Unbekannte liegt ausgerechnet im eigenen Land: Greifswald, die Fahrradstadt Mecklenburg-Vorpommerns schlechthin, startet erst am 6. September in den Wettbewerb.

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