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Der MDR hat sich vom Ensemble getrennt : Fernsehballett: Neuer Besitzer und neuer Name

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Das Fernsehballett des MDR hat einen neuen Mehrheitsgesellschafter: Der Berliner Peter Wolf habe 90 Prozent der Anteile übernommen und die Tänzer werden künftig unter dem Namen "Deutsches Fernsehballett" firmieren.

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erstellt am 06.Feb.2012 | 06:39 Uhr

Leipzig | Das Fernsehballett des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hat einen neuen Mehrheitsgesellschafter: Der Berliner Produzent Peter Wolf habe 90 Prozent der Anteile übernommen, die restlichen 10 Prozent blieben beim Fernseh-Ballett-Verein e.V., dem die Mitglieder des Ballettensembles angehören. Das teilte die MDR-Tochter Drefa gestern in Leipzig mit. Das Fernsehballett bleibe aber weiter eng mit seinem Hauptauftraggeber MDR verbunden. Die Tänzer werden künftig unter dem Namen "Deutsches Fernsehballett" firmieren.

Das MDR-Fernsehballett hatte vergangenes Jahr mit einem Auftritt beim Geburtstag des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Sechs Tänzer hatten am 5. Oktober bei einer Gala in Grosny getanzt. Kadyrow werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Der Geschäftsführer des Balletts wurde nach dem umstrittenen Auftritt abgemahnt. Drefa-Geschäftsführer Uwe Geißler nannte "operative und strategische Gründe" für den Verkauf des Fernsehballetts. "Es ist sicherlich mit ein Punkt, dass das Ballett in den vergangenen beiden Jahren einen kleinen Verlust eingefahren hat", sagte Geißler. Die Drefa wolle sich außerdem in Zukunft auf ihr Kerngeschäft - Film- und Fernsehproduktionen - konzentrieren. Dazu komme die neue Programmstrategie des MDR-Fernsehens, sich stärker auf regionale Bezüge zu fokussieren und sich zu verjüngen. Geißler: "Das wird in Teilen zulasten der Unterhaltung gehen", so dass die Drefa keine großen Wachstumspotenziale für das Ballett gesehen habe. Der MDR-Tochter gehörten 40 Prozent der Anteile des Fernsehballetts. Die anderen beiden Altgesellschafter waren eine Promotion-Agentur aus Berlin und die Tellux Beteiligungsgesellschaft, deren Mehrheitsgesellschafter wiederum neun katholische Bistümer sind. Die Drefa hatte die Anteile der Altgesellschafter übernommen und das Geschäft mit Wolf besiegelt. Bei ihm habe man die größte Gewähr gesehen, dass das Fernsehballett in eine gute Zukunft überführt werde, sagte Geißler.

Das Fernsehballett feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. 1962 hatte der Deutsche Fernsehfunk der DDR die Tänzer und Tänzerinnen erstmals aufs Parkett geschickt. Sie gehörten bald untrennbar zu Fernsehshows wie "Ein Kessel Buntes".

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