Sozialprojekt MV : Ferien mit der Polizei

Outdoor-Camp: Kinder verfolgen in Malchow Vorführungen der Landespolizei.
Outdoor-Camp: Kinder verfolgen in Malchow Vorführungen der Landespolizei.

Das 21. „Outdoor-Camp“ der Landespolizei soll benachteiligten Kindern helfen

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20. August 2015, 21:00 Uhr

Polizeihündin Ria macht „Sitz“ und „Männchen“ auf einem Hocker. Dann soll sie rückwärts auf einen Hocker klettern. Distel, eine schwarze Schäferhündin, ist neu bei der Landespolizei. Mit ihrem wilden Spieltrieb ist sie aber ein Höhepunkt der Hundevorführung, die von jungen Landespolizisten am Malchower See (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) vor knapp 70 Kindern und Jugendlichen abgehalten wird.

Im Rahmen einer einwöchigen Präventionsveranstaltung der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern wollen die Landespolizisten Kindern aus sozial benachteiligten Familien ihre Arbeit näherbringen. „Wir wollen den Kindern die Wichtigkeit unserer Funktion verdeutlichen“, sagt Stefan Damrath, Polizeihauptkommissar und Organisator der Veranstaltung.

Das „Outdoor-Camp“, bei dem die Polizisten neben den Jugendlichen in Zelten übernachten, findet bereits zum 21. Mal statt, berichtet Damrath. Es richte sich an Heranwachsende, die in Großfamilien oder Kinderheimen aufwachsen oder deren Eltern aus finanziellen Gründen keine Ferien machen können.

Auch Jugendliche, die Opfer von Straftaten geworden sind, sollen hier einen Ort finden, an dem sie aufgenommen werden. „Wir wollen mit den Kindern reden, sie aufklären und davon abhalten, möglicherweise auf die schiefe Bahn zu geraten“, sagt Damrath. „Es ist davon auszugehen, dass es viele Kinder, die hier im Camp sind, im Leben nicht so leicht haben werden“, erklärt Jenny Fuhrmann vom Kriminaldauerdienst.

Viele der Kinder aus dem Camp seien selbst Zeugen von Gewalt oder Missbrauch geworden, ein Großteil stamme aus schwierigen Familienverhältnissen.

„Den Kindern fehlt es oftmals an familiärer Fürsorge“, sagt sie. In Einzel- und Gruppengesprächen mit den Betreuern werden Themen wie Gewalt und andere Straftaten diskutiert. „Die Jugendlichen sollen von ihren eigenen Erfahrungen berichten“, sagt Suchtpräventionsberaterin Carola Johannsen.

Die Kinder seien spürbar dankbar für das, was die Polizei ihnen mit ihrem Feriencamp bietet. „Im Laufe der Zeit öffnen sie sich und wollen uns gar nicht mehr verlassen“. Doch neben ernsten Themen, soll das Camp auch Spaß bereiten. Mit einem Besuch der Piratenfestspiele in Grevesmühlen, einem Neptunfest sowie einer Nachtwanderung, Besuchen am Strand, einer Drachenboot-Fahrt und vielen sportlichen Wettkämpfen hätten die Landespolizisten den Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm geboten.

„Unser Camp wird immer anerkannter bei den vermittelnden Jugendämtern“, sagt Damrath. „Das Outdoor-Camp ist eines der bekanntesten und wirksamsten Angebote der Landespolizei in der Präventionsarbeit“, so Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Er befürwortet das gemeinschaftliche Miteinander und die Hilfe für die Kinder. „Ich hoffe, dass sich diese Erlebnisse für ihren weiteren Lebensweg positiv auswirken“.

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