Chemie-Olympiade : Experimente rund um Schokolade

Sophie Wagner (15) aus Frankfurt/Oder trat in der Klassenstufe neun an und hatte in ihrer Gruppe den Durchblick.
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Sophie Wagner (15) aus Frankfurt/Oder trat in der Klassenstufe neun an und hatte in ihrer Gruppe den Durchblick.

Süße Leckerei als Forschungsobjekt: Heute wird der Sieger der 8. Länder-Chemie-Olympiade in Groß Lüsewitz und Rostock gekürt.

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19. Juni 2015, 12:00 Uhr

Schokolade macht bekanntlich glücklich. Vor allem dann, wenn sie auf schnellstem Wege im eigenen Mund landet. In diesen Genuss kommt aber leider keiner der 38 Teenager, die sich während der achten Länder-Chemie-Olympiade, die stets in MV ausgetragen wird, mit dem leckeren Zuckerwerk beschäftigen. Denn im AgroBioTechnikum Groß Lüsewitz, wo die Neunt- und Zehntklässler ihr Chemie-Wissen vergleichen, ist die Schokolade reines Forschungsobjekt.

Für Jakob Florian Oberender (16) aus Rostock kein Verlust, denn „ich bin nicht so der Schokoladen-Fan“, sagt er. Glück für ihn, denn Aufgabe war keine Geschmacksanalyse, sondern die Schokolade in ihre Bestandteile zu zerlegen und im Anschluss Fette und Zucker als Hauptinhaltsstoffe nachzuweisen. Auch die Schmelzpunkte von Schokolade und Kakaobutter sollten bestimmt und dazu Messwerte geliefert werden. Neben Jakob Florian standen drei weitere Rostocker Schüler und ihre jeweiligen Gruppen vor dieser Aufgabe. Auch für Jule Kristin Philipp (16), die das Rostocker Gymnasium Reutershagen besucht, eine gute Übung. Denn die Nienhägenerin möchte nach der Schule Chemie studieren. Ein Juniorstudium in „Chemie für Mediziner“ hat die Schülerin bereits absolviert. Entsprechend gut klar kam ihre Gruppe, die als einzige nur aus Mädchen bestand.

Gut vorbereitet war die Rostocker Fraktion, zu der neben Jakob Florian und Jule Krisin noch David Weidig (16) und Daniel David (16) gehören wohl auch, da die Christophorusschule für alle vier ein spezielles Chemie-Olympiade-Bootcamp veranstaltet hat. „Dabei sind wir nochmal Nachweisreaktionen und pH-Wert-Berechnungen durchgegangen“, erklärt Daniel Weidig. Denn solche Aufgaben seien bei der Olympiade beliebt.

In der Klassenstufe neun trat neben drei Greifswaldern der Schweriner Stephan Popp (15) vom Fridericianum für MV an. Er und seine Mitstreiter mussten nur den Fett- und Zucker-Nachweis erbringen, nachdem sie die Schokolade aufgeschlossen hatten. „Das klingt immer alles einfacher, als es ist. Die Schüler brauchen für diese Aufgaben eine Menge Hirnschmalz, denn es wird Wissen abgefragt, das so in der Schule nicht behandelt wurde“, so Dr. Regine Schütt, die Biologie und Chemie an der Christophorusschule unterrichtet und die Beauftragte der Länder-Chemie-Olympiade ist.

Wie in den Vorjahren findet der Wettbewerb in drei Runden statt. Der Einstieg erfolgte über die „Hausaufgaben-Runde“, bei der Aufgaben direkt an die Schulen geschickt wurden. Dabei qualifizierten sich die 30 Besten jeder Jahrgangsstufe , um ihr Wissen in Runde zwei zu beweisen. Die beinhaltete eine dreistündige Klausur, die noch am selben Tag ausgewertet wurde. Die vier Schlausten pro Klassenstufe aus Berlin, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Brandenburg und natürlich auch aus MV durften dann zur 3. Runde in Groß Lüsewitz und Rostock antreten. Diese Finalrunde läuft seit Mittwoch. Tag eins widmet sich der Praxis im Labor, an Tag zwei stand für die 38 Teilnehmer eine anspruchsvolle Klausur an. Und heute, am dritten Tag, wird schließlich der Sieger gekürt.

Anliegen des Wettbewerbes ist, „das Interesse an Naturwissenschaft zu fördern und Schüler verschiedener Bundesländer zusammenzubringen. Darum sind alle Gruppen bunt gemischt“, erklärt Dr. Anke Scheunemann, Leiterin des Schülerlabors in Groß Lüsewitz. Sie und Dr. Regine Schütt haben sich das diesjährige schokoladige Experiment ausgedacht.

Wer den Titel Länder-Chemie-Champion mit nach Hause nimmt, wird heute bekanntgegeben.
 

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