Hannover: Bahlsens goldener Keks ist weg : Es war das Krümelmonster!

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Letzte Woche wurde der goldene Keks der Firma Bahlsen gestohlen. Jetzt tauchte ein mit "Krümelmonster" unterzeichneter Brief auf, mit der Forderung, das Kinderkrankenhaus Hannover mit Leibnitz-Keksen zu versorgen.

svz.de von
29. Januar 2013, 08:06 Uhr

Hannover | "Keeeekseeeee! Ich will Keeeekseee!" Die Polzei hätte den Täter schon eher im Verdacht haben müssen. Schließlich macht er in der "Sesamstraße" ständig lautstark auf sein Lieblingsessen aufmerksam. Doch erst ein kurioses Erpresserschreiben brachte gestern Klarheit. Nach dem Diebstahl eines vergoldeten Kekses tauchte es in Hannover auf - unterzeichnet mit "Krümelmonster". "Wir prüfen, ob das ein Scherzbrief oder ein echtes Bekennerschreiben ist", sagte eine Polizeisprecherin gestern.

Es geht nicht um irgendeinen Keks, sondern um Edelmetall-Gebäck. Die Polizei rätselt bisher, warum der etwa 20 Kilogramm schwere Gold-Keks von der Außenfassade des Bahlsen-Stammhauses in Hannover gestohlen wurde.

Dem Bekennerbrief beigefügt ist das Foto einer Person in einem Krümelmonster-Kostüm, die einen Keks in den Händen hält, der dem vermissten zum Verwechseln ähnlich sieht. In dem Schreiben wird gefordert, dass das Unternehmen das Kinderkrankenhaus in Hannover mit Vollmilch-Keksen versorgen soll, um das Wahrzeichen wiederzubekommen. Der Brief wurde aus ausgeschnipselten Wörtern zusammengeklebt.

Eine Bahlsen-Sprecherin sagte, sie wisse nicht, ob der Brief echt sei. "Wenn ich diese Frage beantworten könnte, wäre ich schlauer als die Polizei", erklärte sie und betonte: "Das Ganze ist keine Marketing-Aktion unseres Unternehmens, nie im Leben." Immerhin geht es um ein Traditionssymbol. Seit 1913 hing das Firmen-Wahrzeichen an der Außenfassade.

Und dann war es weg. War es eine Mutprobe? Eine lustig gemeinte Wette? Oder doch nur ein ganz banaler Metalldiebstahl? Die ganze Nation rätselte mit. Firmenchef Werner M. Bahlsen setzte eine Belohnung von 1000 Euro aus - diese soll, fordert das "Erpresser-Krümelmonster" im Brief, an ein Tierheim gespendet werden. Kommt die Firma den Forderungen nicht nach, droht das blaue TV-Vieh unmissverständlich, kommt der glänzende Keks "zu Oskar in die Mülltonne".

Über den genauen Ablauf des Keks-Coups grübeln die Fahnder und Bäcker. Fest steht, dass es nicht so einfach gewesen sein dürfte, den Keks zu stehlen. Denn er hängt in etwa fünf Metern Höhe zwischen zwei bronzenen Männern außen an der Fassade des Stammhauses, ist 20 Kilo schwer und etwa einen halben Meter hoch. So muss der Täter entweder ein geübter Fassadenkletterer gewesen sein oder den Keks mit einer sehr langen Leiter oder einem Hubwagen gestohlen haben. Hinzu kommt, dass das Stammhaus an einer belebten Straße liegt, rund 250 Bahlsen-Mitarbeiter gehen dort täglich ein und aus, rund um die Uhr fahren Autos vorbei. Am wenigsten auffallen dürfte ein Diebstahl dort wahrscheinlich am helllichten Tag - indem der Täter einfach als Handwerker auftritt, der den Keks vor den Augen aller Passanten abmontiert.

Doch wozu der ganze Aufwand? Die Beute besteht nicht mal aus purem Gold, sondern lediglich aus vergoldeter Bronze. 20 Kilo Bronze bringen bei einem Schrotthändler im Internet derzeit gerade mal knapp 100 Euro ein. Wie viel das Firmen-Wahrzeichen tatsächlich wert ist, weiß man bei Bahlsen nicht. "Über den materiellen Wert können wir nichts sagen. Für uns zählt der ideelle Wert und der ist hoch", sagt die Sprecherin.

Den kennt wohl auch das Krümelmonster. Es will "Keeeekseeee!" Aber nicht einmal für sich selbst. Kurios.

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