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Es regnete Trümmer vom Himmel

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erstellt am 09.Dez.2012 | 05:49 Uhr

Wölfersheim | Zerfetzte Flugzeugwracks liegen auf einem verschneiten Feld, Trümmerteile verteilen sich mehrere hundert Meter weit. Eine beschauliche hessische Gemeinde ist am Wochenende zum Schauplatz eines der schwersten Flugzeugunglücke in Deutschland der vergangenen Jahre geworden. Vier Kinder und vier Erwachsene sterben, als zwei Kleinflugzeuge in der Luft zusammenprallen. Die Maschinen stürzen bei Wölfersheim ab, rund 30 Kilometer nördlich von Frankfurt. Bei Frost und Schneetreiben beginnt die Suche nach der Ursache für die Katastrophe.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte der Polizei zufolge gutes Wetter und klare Sicht. Angeblich steuerten erfahrene Piloten die Maschinen. Die eine ist wohl eine Robin, Typ 400-180. An Bord sollen zwei Erwachsene und ein Kind gewesen sein. Das andere Flugzeug: Eine Piper, Typ Saratoga, besetzt mit zwei Erwachsenen und drei Kindern. Zur Identität der Opfer wollen die Ermittler erst Angaben machen, wenn diese zweifelsfrei geklärt ist.

Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gehen von einer langwierigen Puzzlearbeit aus. "Es sind schwierige Ermittlungen", sagt BFU-Experte Ralf Weigand. Die ersten Arbeitsschritte der Spezialisten: Die Trümmerteile vor Ort genau untersuchen und ihre Lage vermessen. Die Wracks liegen auf einem Feld, etwa 400 Meter voneinander entfernt. Trümmer verteilen sich weiträumig über das verschneite Areal. Eisige Böen fegen über die Fläche und der Schnee fällt, während die BFU-Experten gestern die Unglücksstelle fotografieren.

Es sind nur einige hundert Meter von den Wracks zu den ersten Häusern des Ortsteils Melbach. Die Bewohner sind schockiert von der Katastrophe so nah vor ihren Haustüren. "Es ist noch ein Glück, dass die Maschinen nicht über dem Ort abgestürzt sind", sagt eine Melbacherin, die gerade Schnee wegräumt. Eine andere erzählt: "Eine halbe Stunde vor dem Unglück war ich auf dem Feld noch spazieren. Gut, dass ich nicht später gegangen bin." Beide fragen sich, wie sich die Flugzeuge in der Luft überhaupt treffen konnten. Vielleicht habe die Sonne geblendet? Die Ermittler machen dazu bislang keine Angaben. Und sie gehen nicht davon aus, dass die Fragen schnell geklärt werden können.

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