Temperaturen über 30 Grad Celsius : Erste Schulen in MV geben hitzefrei

Die ersten Schüler im Land freuten sich über hitzefrei.
Die ersten Schüler im Land freuten sich über hitzefrei.

Strand statt Schule - der Hochsommer hat Mecklenburg-Vorpommern mit Temperaturen bis über 30 Grad erreicht. Und es soll noch wärmer werden.

svz.de von
03. Juli 2015, 06:00 Uhr

Spitzentemperaturen in Mecklenburg-Vorpommern dank Hoch „Annelie“: Am Donnerstagnachmittag zeigte das Thermometer in Boizenburg an der Elbe 31,1 Grad an, in Kirchdorf auf der Insel Poel 30,8 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Mit 28,2 beziehungsweise 30 Grad war es in Rostock und Schwerin ähnlich heiß. Abkühlung war hingegen am Kap Arkona im Norden der Insel Rügen möglich - dort war es nur 19 Grad warm.

Für Freitag kündigte Meteorologin Ulrike Maiwald vom DWD Temperaturen zwischen 25 Grad am Kap Arkona und 34 Grad im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns an. Im Westen Mecklenburgs steige zum Abend das Risiko für Hitzegewitter.

Die ersten Schüler im Land freuten sich über hitzefrei. In der Grundschule „An den Eichen“ in Boizenburg, einem der heißesten Orte im Land, wurde der Unterricht nach der vierten Stunde gestrichen. Die Lehrer mussten trotzdem arbeiten. Sie wurden zur Betreuung von Kindern eingeteilt, die nicht eher nach Hause konnten, oder sie sortierten Schulbücher und bereiteten das neue Schuljahr vor, wie die stellvertretende Schulleiterin Susanne Knakowski sagte.

Am Elbe-Gymnasium in Boizenburg fiel für die Schüler der siebten bis neunten Klasse der Nachmittagsunterricht aus, wie Schulleiter Gerald Kersten berichtete. Für die Klassen zehn bis zwölf gab keine Erleichterungen. „Wenn die Hitze länger läuft, werden wir über verkürzten Unterricht nächste Woche nachdenken“, sagte Kersten. Diesen gibt es seit Donnerstag bereits am Goethe-Gymnasium Schwerin. Die eigentlich 45-minütigen Unterrichtsstunden dauern dann nur 30 Minuten.

Jede Schule kann selbst entscheiden, ob sie hitzefrei gibt. Das hängt mitunter auch vom Gebäude ab.

An den Ostseestränden herrschte reger Betrieb. Doch die Wasserretter mussten wegen starken Windes mancherorts Warnflaggen aufziehen, denn mit dem Südostwind drohen an den Küsten der Inseln Usedom und Rügen Unterströmungen. Die DLRG in Karlshagen, Sellin, Thiessow und Gager hisste am Donnerstag die gelbe Flagge: Dann wird das Baden aufgrund von Strömung und Wellengang als gefährlich eingestuft. Gelb wehte auch in Zempin, Ückeritz und Zinnowitz. Insbesondere Kinder und unsichere Schwimmer sollten dann nicht ins Wasser gehen. Im vergangenen Jahr waren allein an einem Wochenende bei hohem Wellengang und Unterströmungen mehrere Menschen beim Baden in der Ostsee gestorben.

Die Sommerhitze macht manchen - vor allem älteren - Menschen bereits zu schaffen. Mitarbeiter von Alten- und Pflegeeinrichtungen sollten stärker für die Auswirkungen von sehr hohen Temperaturen auf alte Menschen sensibilisiert werden, forderte Carola Stenzel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe in Berlin. Ein wichtiger Grund: „Als alter Mensch haben Sie nicht mehr so ein Durstgefühl wie in jungen Jahren.“

Auch ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen sollten verstärkt auf ihre Patienten achten. Jalousien runter, leichte Bekleidung und Ventilatoren empfiehlt Carmen Barkholdt, Geschäftsführerin des gleichnamigen Pflegedienstes in Schwerin.

Außerdem natürlich reichlich trinken: „Das steht an erster Stelle.“ Auf Spaziergänge in der Sonne sollte verzichtet werden. Sonst könnten Kreislaufzusammenbruch, Herzbeschwerden, Luftnot oder Bluthochdruck drohen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen