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Eine Erfindung machte die Welt mobil

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erstellt am 28.Jan.2011 | 06:49 Uhr

Berlin | Kaum eine Erfindung hat den Alltag der Menschen derart verändert wie das Auto. Am Anfang hatten die Zeitgenossen nur Hohn und Spott übrig für das erste moderne Automobil: ein Dreirad mit einem stinkenden, knatternden Einzylindermotor. Doch mit dem Motorwagen von Carl Benz mit der Reichspatentnummer 37 435, angemeldet am 29. Januar 1886, begann ein fast unaufhörlicher Siegeszug.

Bis heute sind weltweit bis zu 2 Milliarden Autos gebaut worden. Zu Beginn hatten es die Autopioniere Carl Benz und Gottlieb Daimler schwer. Der Motorwagen von Benz stand nutzlos herum. Erst als sich seine Frau Bertha 1888 die Motorkutsche schnappte und von Mannheim nach Pforzheim fuhr, die erste automobile Langstreckenfahrt der Geschichte, begannen die Vorbehalte zu schwinden.

Die Erfolgsstory begann endgültig, als Henry Ford das Auto mit der Fließbandproduktion zur Massenware machte.

Denn das Auto macht die Menschen flexibel, es schafft Unabhängigkeit und gilt lange Zeit als Inbegriff persönlicher Freiheit und des Wohlstands - der VW Käfer als Symbol des Wirtschaftswunders.

"Ohne Auto keine individuelle Mobilität. Ohne individuelle Mobilität kein Wirtschaftswachstum", fasst Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zusammen. Alle Länder mit hoch entwickelter Wirtschaft seien Länder mit hoher Fahrzeugdichte. Und es gebe Städte, darunter Los Angeles, die gleichsam mit und für das Auto geplant worden seien.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Autoindustrie ist enorm: Auch in Deutschland ist sie eine der Schlüsselbranchen. Mehr als 700 000 Menschen arbeiten hierzulande bei den großen Autobauern und deren Zulieferern. Rechne man die indirekt Beschäftigten mit hinzu, hänge jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland am Automobil, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) betont. "Für hoch entwickelte, arbeitsteilige moderne Gesellschaften und Volkswirtschaften ist das Automobil eine notwendige Voraussetzung für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung", sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Doch es gibt Schattenseiten: Autos gelten trotz aller Verbesserungen wie Katalysator, Partikelfilter oder Schadstoffgrenzen als einer der Hauptverursacher beim Ausstoß des "Klima-Killers" Kohlendioxid (CO2). Und was passiert, wenn Schwellenländer wie China und Indien den gleichen Motorisierungsgrad erreichen wie die westlichen Industriestaaten? "Der Erfolg des Autos, seine massenhafte Verbreitung, ist gleichzeitig sein größter Feind", sagen Experten. Und die massenhafte Verbreitung des Autos lähmt letztlich die eigene Mobilität - gerade in den Metropolen.

Obwohl die Zahl der Verkehrstoten über die Jahre drastisch sank, sterben alleine in Deutschland jedes Jahr immer noch rund 4000 Menschen bei Verkehrsunfällen.

Die Autoindustrie steht zum 125. Geburtstag des Automobils vor einem grundlegenden Umbruch. Das Zeitalter fossiler Brennstoffe neigt sich dem Ende zu, das Elektrozeitalter steht bevor.

Umweltfreundliche Antriebstechnologien werden das Auto verändern - und auch die Beziehung des Kunden zum Auto. Das neue Kraftzentrum des weltweiten Absatzes liegt nicht mehr in Westeuropa oder den USA, sondern in Asien.

Deutschlands Autoindustrie wird diesem Wandel gewachsen sein. Die Branche besitzt große Innovationskraft. Aber es gibt keine Garantien für ein langes Überleben.

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