Drei Jahre Haft für Baby-Totschlag

von
04. Juni 2008, 11:21 Uhr

Die Mutter des toten Babys aus Neudietendorf in Thüringen ist gestern wegen Totschlags im minderschweren Fall zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Die 39-Jährige hatte nach Überzeugung des Landgerichts Erfurt ihr Kind im Oktober 2007 kurz nach der Geburt in eine Plastiktüte gesteckt und in einen Müllcontainer geworfen. Laut Gutachten war das Kind erstickt.

Dem Richter zufolge handelte die Mutter zwar entschlossen, war aber wegen einer Persönlichkeitsstörung nur vermindert schuldfähig. Die Angeklagte hatte die Tat gestanden. Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwalts.

Das neugeborene Mädchen hat bei der Geburt dem Gericht zufolge gelebt und geschrien. "Die Frau wollte ihre Schwangerschaft nicht wahrhaben", sagte Richter Frieder Liebhart in der Urteilsbegründung. Zudem sei die Frau in finanziellen Nöten gewesen. Zugunsten der Verurteilte wertete der Richter das Geständnis. Sie habe auch glaubhaft Reue gezeigt und sei nicht vorbestraft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen