Aus dem Gerichtssaal : Doch der Räuber schweigt…

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Im Prozess gegen einen 25-Jährigen, der ältere Damen nach dem Geldabheben beraubt haben soll, wird es doch nicht zu einem schnellen Urteil kommen.

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24. September 2015, 08:00 Uhr

Überraschende Wende im Prozess gegen einen Räuber, der in Schwerin sechs ältere Frauen in ihren Wohnungen beraubt haben soll. Der 25-Jährige verweigerte gestern vor dem Schweriner Landgericht jede weitere Aussage. Mit einem umfangreichen Geständnis hätte er den Opfern, das älteste ist 94 Jahre alt, eine Aussage vor Gericht ersparen können. Im Gegenzug hatten die Richter ihm eine Strafe von höchstens fünfeinhalb Jahren zugesagt. Am letzten Prozesstag hatte der Angeklagte begonnen, zu einigen anderen Straftaten auszusagen, die ihm ebenfalls vorgeworfen werden. Seinen Sinneswandel wollte er nicht begründen.

Der Vorsitzende Richter betonte, der Angeklagte habe das Recht zu schweigen. Er wies ihn aber auch auf die Strapazen hin, die dadurch den betagten Zeuginnen zugemutet werden müssen. Eine von ihnen hat bereits ein ärztliches Attest ans Gericht geschickt. Sie muss möglicherweise dennoch aussagen. Mit einem Geständnis hätte der Prozess schnell zu Ende gehen können. Nun müssen nicht nur zahlreiche Zeugen gehört, sondern auch die Bilder von Überwachungskameras, Fingerabdrücke und DNA-Spuren bewertet werden.

Dem Angeklagten wird u.a. vorgeworfen, achtmal in Röbel, Rechlin und Schwerin beobachtet zu haben, wie Seniorinnen bei ihrer Sparkasse Geld holten. Er folgte ihnen zu ihren Wohnungen und verschaffte sich unter einem Vorwand Zutritt. In einem vermeintlich unbeobachteten Augenblick stahl er das Geld und verschwand. Der Mann hat bereits wegen verschiedener Delikte knapp fünf Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht.

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