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Naturschutz : Die größten Umweltsünden

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B96n auf Rügen und Chemieunfall an der Peene führen Liste der Naturzerstörungen in MV an

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Die Eröffnung der B96n auf Rügen ist nach Ansicht der Umweltorganisation Bund der schlimmste Fall von Naturzerstörung in Mecklenburg-Vorpommern im  zu Ende gehenden Jahr gewesen. „Die Bundesstraße begräbt 100 Hektar Boden unter Asphalt, davon 13 Hektar Wald“, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland mit. Mehr als 100 Alleebäume seien dafür gefällt worden.

Für seine Jahresbilanz 2015 hat der Bund eine Negativ- und eine Positivliste erstellt. Auf der Negativseite steht neben der Straßen-Eröffnung auf Rügen das Spritzen von Pestiziden gegen den Eichenprozessionsspinner vom Hubschrauber aus. Mehr als 600 Hektar Eichenwaldflächen sowie Eichenalleen in Südwestmecklenburg seien aus der Luft mit Bioziden besprüht worden.

Die von der Landesforstverwaltung ausgewählten Flächen lagen laut Bund in Naturschutzgebieten, darunter in einem Schreiadlerbrutgebiet. Die Helikoptereinsätze fanden während der Brutzeit der vom Aussterben bedrohten und mit Fördermitteln des Landes betreuten Schreiadler statt, wie Bund-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag sagte.   Dritter Punkt auf der Negativliste ist der Umgang der Behörden mit dem Ethanolskandal der Zuckerfabrik Anklam an der Peene. Im September flossen etwa eine Million Liter Ethanol in das Schutzgebiet der Peene und führten zu einem Massensterben von Fischen. Künftig solle lediglich ein Vorhängeschloss am Ablaufhahn derartige Chemiekatastrophen verhindern, kritisierte der Bund. Dabei schreibe das Gesetz vor, dass wassergefährdende Stoffe wie Ethanol in doppelwandigen Auffangräumen ohne jeglichen Ablauf zu behandeln sind.  Wichtige Erfolge für Natur und Umwelt sieht der Bund in der Rettung von 270 Eichen an der Müritz-Elde-Wasserstraße in der Lewitz und von 65 Linden in Warnow (Nordwestmecklenburg) durch die Änderung von Bauprojekten. Erleichterung gab es über die Rücknahme von zwei Planungen von Massentierhaltungsanlagen in Keez und Gallin im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Außerdem habe der Bund gemeinsam mit anderen ein Aktionsprogramm für eine nachhaltige Landwirtschaft im Nordosten veröffentlicht. „Es stellt Forderungen an die Landwirtschaftspolitik auf, die nach Ansicht des Bund für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschaft und das Leben im ländlichen Raum entscheidend sind“, erklärte Cwielag.

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