Chronologie : Die Etappen zur Währungsunion

Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 überschlugen sich die Ereignisse. Schon drei Monate danach stehen die Zeichen auf Währungsunion - und nach vier weiteren Monaten sind BRD und DDR wirtschaftlich vereint.

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18. Mai 2015, 11:45 Uhr

Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 überschlugen sich die Ereignisse. Schon rund drei Monate danach stehen die Zeichen auf Währungsunion - und nach vier weiteren Monaten sind Bundesrepublik und DDR wirtschaftlich vereint. Die wichtigsten Etappen:

9. November 1989: Die DDR öffnet die Berliner Mauer.

28. November 1989: Bundeskanzler Kohl legt einen Zehn-Punkte-Plan für den Weg zur Wiedervereinigung vor. Von einer baldigen Währungsunion ist damals noch keine Rede.

5. Dezember 1989: BRD und DDR vereinbaren einen Reisedevisenfonds. Umtauschkurs: 1:1 für die ersten 100 DM, 1:5 für die zweiten 100 DM.

Weihnachten 1989: Die DDR verzichtet auf den zuvor von westdeutschen Reisenden verlangten Mindestumtausch.

2. Januar 1990: Die DDR führt für westdeutsche Reisende einen Tauschkurs von 1 DM = 3 Mark statt zuvor 1 Mark ein. Der Kurs wird am 2. Mai auf 1 DM = 2 Mark heraufgesetzt.

6. Februar 1990: Kohl kündigt überraschend an, dass er der DDR sofortige Verhandlungen über eine Wirtschafts- und Währungsunion vorschlagen will.

13. Februar 1990: Kohl und DDR-Ministerpräsident Modrow verständigen sich im Grundsatz auf eine Währungsunion.

18. März 1990: Erste freie Wahlen in der DDR. Inzwischen wird heftig über den richtigen Umstellungskurs von Ost- zu West-Mark gestritten. „Eins zu Eins, oder wir werden niemals Eins“, fordern Demonstranten.

31. März 1990: Bundesbank empfiehlt Umstellungskurs 2:1. Ersparnisse bis zu 2000 Mark sollen 1:1 getauscht werden.

23. April 1990: Die Koalition in Bonn einigt sich auf die Grundzüge einer Währungsunion. Gegen den Rat der Bundesbank soll demnach der grundsätzliche Umstellungskurs 1:1 betragen.

27. April 1990: Die Delegationsleiter Hans Tietmeyer (später Bundesbankpräsident) und DDR-Staatssekretär Günther Krause verhandeln offiziell.

2. Mai 1990: Nach heftigen Debatten und Demonstrationen in der DDR stehen die Umtauschkurse fest. Danach soll ein genereller Kurs etwa für Löhne, Renten und Mieten von 1:1 gelten. Sparguthaben sollen bei Beträgen zwischen 2000 und 6000 Mark nach Alter der Sparer gestaffelt ebenfalls 1:1 umgetauscht werden, Beträge darüber hinaus 2:1. Schulden der Betriebe werden 2:1 getauscht.

18. Mai 1990: Die Finanzminister Waigel und Romberg signieren Staatsvertrag über Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.

1. Juli 1990: Drei Monate vor der Einheit löst D-Mark das DDR-Geld als Zahlungsmittel ab.

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