zur Navigation springen

Deutsch-Land unter

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2011 | 06:46 Uhr

Berlin | Das erste Hochwasser des neuen Jahres hat am Wochenende vielerorts Straßen überflutet und Keller unter Wasser gesetzt. Die Pegel von Rhein und Mosel in Rheinland-Pfalz stiegen, am Sonntagnachmittag sanken die Wasserstände der Mosel aber langsam.

Den Schätzungen der Behörden zufolge standen zwischen Trier und Koblenz 30 Gemeinden unter Wasser. In anderen Bundesländern gingen die Wasserstände der Flüsse durch Tauwetter und Regen ebenfalls weiter nach oben. Betroffen waren unter anderem Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern.

Während gestern Nachmittag an der Mosel zwischen Trier und Koblenz bei fallenden Wasserständen die Aufräumarbeiten begannen, warteten die Anwohner in Koblenz auf den mit 7,70 Metern vorhergesagten Scheitel des Rhein-Hochwassers gegen Montagmittag.

Auch am Deutschen Eck, dem Zusammenfluss von Rhein und Mosel, schwappte das Wasser über die Ufer. Die Lage sei dennoch entspannt, sagte ein Polizeisprecher in Koblenz. Wegen Überflutungen sind auch weite Teile der Bundesstraße 42 zwischen Koblenz und Bonn gesperrt.

In Nordrhein-Westfalen wird der Höhepunkt der Flutwelle zu Wochenbeginn erwartet. Aufgrund der nachlassenden Regenfälle stieg der Wasserstand allerdings nicht mehr so rasch wie an den Vortagen.

Der Rhein-Pegel bei Köln erreichte am Sonntagnachmittag die Schwelle von 8,30 Meter, ab der die Schifffahrt aus Sicherheitsgründen eingestellt werden muss. An der Ruhr mussten Straßen gesperrt werden.

In Sachsen-Anhalt verschärfte sich die Hochwassersituation weiter. An der Weißen Elster am Pegel Oberthau gilt seit Sonntagmorgen die Alarmstufe 4, wie die Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg mitteilte. Auch an der Saale nahe Camburg-Stöben wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen.

In Brandenburg gingen die extremen Wasserstände auf der Oder bei Hohensaaten erstmals leicht zurück. Dagegen stiegen mit dem Tauwetter die Pegel in Südbrandenburg auf Schwarzer Elster und südlicher Spree sowie in der Prignitz deutlich an. Dort wurden am Wochenende Hochwasser-Alarmstufen ausgerufen.

In Mecklenburg-Vorpommer haben Regen und Tauwetter zahlreiche Straßen in große Wasserlachen verwandelt. Wegen Überflutungen sperrte die Polizei am Wochenende zeitweise Straßen in allen Landesteilen. Gestern entspannte sich die Lage allerdings wieder. Wegen des Regens und anhaltenden Tauwetters warnen die Behörden überall an den Steilküsten der Ostsee vor Abbrüchen.

Die Schneeschmelze forderte auch Tote. In Baden-Württemberg kam am Samstag ein 50-jähriger Kajakfahrer bei Hochwasser ums Leben. In Kreuzau in Nordrhein-Westfalen wurde ein 57 Jahre alter Mann tot in einem reißendem Bach gefunden. Ein von einer Dachlawine umgerissenes Baugerüst erschlug am Samstag im niederbayerischen Kehlheim einen Rentner. Mehrere Personen im gesamten Bundesgebiet wurden von herabstürzenden Schnee- und Eismassen teils schwer verletzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen