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Preis : Chinas Präsident ehrt Güstrower Ehepaar

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jan und Angelika Harff heute nach kurzem „Heimaturlaub“ wieder unterwegs ins Reich der Mitte

Heimat in Güstrow, leben in Polen und in China: Angelika und Jan Harff sind Weltbürger. Heute geht ihr Flieger nach Peking, dabei kamen sie doch erst zu Weihnachten aus dem Reich der Mitte zurück nach Güstrow. Der heutige Trip ist allerdings ein ungeplanter. Und ein freudiger zugleich: Empfang und Auszeichnung für Jan Harff durch den Staatspräsidenten der Volksrepublik China, Xi Jinping! Das Staatsoberhaupt würdigt am Donnerstag den Güstrower und sieben weitere Wissenschaftler aus aller Welt mit dem Internationalen Preis für Wissenschafts- und Technologie-Kooperation.

„Das ist eine hohe Ehre, ich bin völlig überrascht“, gesteht Meeres-Geologe Harff. Erstmals bekomme ein Wissenschaftler seines Fachgebietes diese seit 1994 vergebene Auszeichnung, und zum dritten Mal überhaupt erst werde ein Deutscher zu diesem Staatsakt eingeladen.

Zufällig kommt die Preisverleihung für den 70-Jährigen freilich nicht. Seit sechs Jahren, nach vielen Jahren am Landesinstitut für Ostseeforschung Warnemünde, lehrt Jan Harff an der Uni Stettine, bekleidet an der dortigen Fakultät Geowissenschaft eine Professur für Marine Geologie. Nach Polen „mitgenommen“ hatte Jan Harff eine 20-jährige Zusammenarbeit mit chinesischen Instituten. „Die nahmen das sofort an. So hat sich mittlerweile eine Dreierbeziehung zwischen Stettin, Warnemünde und China entwickelt“, erzählt Harff. Und „natürlich“ ist der Güstrower an der Stettiner Uni zuständig für diese Kooperation. „Aber ohne meine Kollegen würde ich den Preis auch nicht bekommen“, ist Harff sich sicher. „Und auch nicht ohne meine Frau“, ergänzt er. Die begleitet den Wissenschaftler seit den 1990er-Jahren regelmäßig auf seinen Reisen zu Tagungen und Kongressen in den Fernen Osten.

Dort wird er 2014 mehrmals so viele Wochen verbringen, dass sich das Ehepaar in Yantai jetzt sogar eine Wohnung nahm. Am dortigen Akademieinstitut für Küstenforschung ist Harff Gastprofessor. „Das war schon etwas anderes, als wir jetzt vor Weihnachten zwei Monate am Stück in China waren. Vorher ging es immer in ein Hotel, aber mit einer eigenen Wohnung und täglicher Fahrt zur Arbeit, da muss man selbstständig klarkommen“, berichtet Angelika Harff. Sie hat schon begonnen, chinesische Zeichen zu erlernen. Aber am besten klappe die Verständigung auf englisch. Angelika Harff lehrt sogar selbst die englische Sprache: Studenten in China profitieren von den Englisch-Kenntnissen der Güstrowerin. Ein halbes Jahr USA-Aufenthalt kurz nach der Wende hatte die internationalen Verständigungschancen der Harffs wesentlich beflügelt.

Nach dem zweitägigen Auszeichnungsakt morgen und übermorgen in Peking geht es gleich weiter nach Guangzhou zu einer Tagung beim Geologischen Dienst für Meeresgeologie, mit dem Prof. Jan Harff seit vielen Jahren in Verbindung steht.

Am Mittwoch der kommenden Woche steuern die Harffs dann wieder ihre Heimatstadt an, ehe es im März erneut ins Reich mit den meisten Erdenmenschen geht. „Ich bin jetzt fast noch mehr als früher beschäftigt. Keineswegs fühle ich mich im Ruhestand, seit ich mit 65 in Rente gehen musste. Ich wollte das aber auch gar nicht“, sagt Jan Harff. Und trotzdem: Die hohe Auszeichnung in China jetzt habe ihn „getroffen wie ein Blitz“.


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erstellt am 06.Jan.2014 | 21:09 Uhr

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