Täter gestehen, Opfer im Koma : Brutaler Überfall im Berliner U-Bahnhof

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Zusammengeschlagen und mit Fußtritten angegriffen liegt ein 30-Jähriger im Koma. Vier Jugendliche haben den Überfall im U-Bahnhof Berlin-Lichtenberg gestanden. Ein Rostocker Kollege überstand den Angriff leicht verletzt.

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16. Februar 2011, 09:18 Uhr

Zusammengeschlagen und mit Fußtritten angegriffen liegt ein 30-jähriger Berliner seit Tagen im Koma. Vier Jugendliche haben die brutalen Überfalle vom Freitagabend im U-Bahnhof Berlin-Lichtenberg gestanden, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch sagte. Das Quartett war am Dienstag gefasst worden.Drei Festgenommene sind 17 Jahre alt, einer 14.

Sie sollten einem Haftrichter vorgeführt werden. Ermittelt wird gegen sie wegen versuchten Raubmords und gefährlicher Körperverletzung.Bei dem Überfall wurde auch ein gleichaltriger Kollege des Berliner Malers aus Rostock attackiert. Die Polizei war den Tätern anhand von Videoaufnahmen auf die Spur gekommen.

Der Zustand des Handwerkers aus Berlin hatte sich am Sonntag dramatisch verschlechtert, so dass mit dem Schlimmsten gerechnet wurde. Die Mordkommission wurde eingeschaltet.

Die Verdächtigen hätten in ihren Vernehmungen eine Tötungsabsicht bestritten, wie Steltner weiter sagte. Die aus Ex-Jugoslawien, dem Irak und Kenia stammenden Jugendlichen gaben laut Sprecher an, sie hätten sich von "Sieg Heil"-Rufen der Maler provoziert gefühlt.

Dies werteten die Ermittler als Schutzbehauptung und "taktische Absprache". Es sei nicht bekannt, dass die beiden überfallenen Männer zur rechtsextremen Szene gehörten. Der Stadtteil Lichtenberg galt lange als Hochburg der Neonazis. Die verdächtigen Jugendlichen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher nicht durch Gewalttaten aufgefallen.

"Dem 30-jährigen Opfer geht es weiter sehr schlecht, er kann noch nicht befragt werden", sagte Steltner. Der Maler aus Rostock habe sich gemeldet und ausgesagt. Er sei ebenfalls auf dem U-Bahnsteig verprügelt worden, habe dann aber fliehen können.Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht kannten. "Es hätte jeden treffen können", so Steltner.

Die Maler seien an dem Abend nach einem Feierabendbier aus einer Kneipe in Lichtenberg gekommen. Das Quartett habe ohne ersichtlichen Anlass jemanden "abziehen wollen". Die Jugendlichen erbeuteten ein Handy von dem am Boden liegenden 30-Jährigen.

Der U-Bahnsteig war an dem Abend nicht menschenleer, so die Staatsanwaltschaft. Jedoch sei nur ein einziger Notruf bei der Polizei eingegangen. "Das war schwach", sagte der Sprecher.

Sollte es zu einem Prozess kommen, wird bei den Verdächtigen in jedem Falle das mildere Jugendstrafrecht angewendet. Hier liegt die Höchststrafe bei zehn Jahren. Zudem gebe es bei sehr jungen Verdächtigen besondere Hürden für eine Untersuchungshaft.

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