Gesundheit : Bis 2030 ein Drittel mehr Demente

Wenn selbst kleine Gedächtnisaufgaben überfordern, könnte es sich um Demenz handeln.
Wenn selbst kleine Gedächtnisaufgaben überfordern, könnte es sich um Demenz handeln.

Krankenkasse Barmer/GEK rechnet mit knapp 52000 Betroffenen in MV

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23. September 2015, 08:00 Uhr

Die Zahl der Demenzkranken wächst hierzulande rasant: Allein zwischen 2011 und 2030 wird ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung um 30 Prozent – total sind das 8100 Betroffene – zunehmen. Zu dieser Einschätzung kommt ein Gutachten der HGC GesundheitsConsult für die Landtags-Enquetekommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“, dem als Ausgangswert eine Zahl von 27 000 Erkrankungsfällen in der Altersgruppe über 65 Jahre zugrunde liegt. Nach Angaben der Barmer/GEK sind dies allerdings nur die mittelschwer und schwer Demenzerkrankten. Rechnet man frühe Erkrankungsstadien hinzu, ist nach Ansicht der Krankenkasse bereits von knapp 40 000 betroffenen Frauen und Männern auszugehen. Demnach wären 2030 bei einer 30-prozentigen Steigerung sogar schon rund 52 000 Mecklenburger und Vorpommern demenzkrank.

Und auch das könnte noch nicht das Ende sein: Einer Studie der Universitäten Rostock und Greifswald zufolge wird Demenz vielfach nicht oder erst sehr spät erkrankt. Von 630 durch die Wissenschaftler untersuchten Frauen und Männern mit Gedächtnisproblemen hatten 40 Prozent noch nicht die Diagnose Demenz bekommen, obwohl die Erkrankung eindeutig vorlag. Dabei ist der Studienleitung zufolge eine frühe und gesicherte Diagnose wichtig für eine bessere Versorgung – wenngleich Heilung bis heute nicht möglich ist.

Nach Angaben der Deutschen Alzheimergesellschaft beträgt die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit, der häufigsten Form der Demenz, nach der Diagnosestellung durchschnittlich sieben Jahre. Einige Betroffene leben sogar bis zu 20 Jahre mit der Krankheit.

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